Ein erster Blick auf Microsofts Suchmaschine Bing

29. Mai 2009, 13:45
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Ist Bing nun der grosse Google-Killer? Erste Tester zeichnen positives Bild, üben aber auch Kritik.

Ist Bing nun der grosse Google-Killer? Erste Tester zeichnen positives Bild, üben aber auch Kritik.
"Bing" soll als Nachfolger des eher erfolglosen "Windows Live Search" den Suchmaschinen-Markt aufmischen und Microsoft (endlich) auch in dieser Sparte zum Erfolg verhelfen. Die Erwartungen an die neue Microsoft-Suchmaschine sind dementsprechend gross und wohl nur schwer wirklich zu befriedigen. Erstaunlich deshalb, dass sich sowohl die Presse als auch Blogger bisher eher positiv als negativ über Bing äussern.
Ersten Tests, die beispielsweise der Onlinedienst PaidContent durchführen konnten, ist zu entnehmen, dass die Tester nicht unzufrieden sind. Neue Funktionen wie etwa die Vorschau auf die Resultate helfen tatsächlich, nicht ständig hin- und herklicken zu müssen. Wird der Mauszeiger nämlich über ein Suchresultat gehalten, erscheint in einer Box eine Vorschau des Textes auf der betreffenden Seite. Für die Seitenbetreiber könnte daraus allerdings auch eine Abnahme der Besucherzahlen resultieren, schliesslich könnte die gesuchte Antwort bereits in dieser Vorschau zu sehen sein.
In einer Art Navigation auf der rechten Seite werden unterhalb des eingegebenen Suchtextes (beispielsweise Zürich) weitere Eingrenzungsmöglichkeiten wie Bilder, Karten, Wetter, Flughafen oder Hotels angezeigt, die per Klick den passenden Inhalt anzeigen. Sind Bing keine weiteren Eingrenzungen bekannt, werden Vorschläge für ähnliche Suchvorgänge angezeigt ("Related Searches").
Geht es jedoch um die Schnelligkeit der Indexierung von Webinhalten, so hinkt Bing dem Erzrivalen Google, wie bereits die alte Windows Live Search, hinterher. Wie Joseph Tartakoff auf PaidContent schreibt, stellte er im Test fest, dass ein aktueller Beitrag eines lokalen Wochenblattes bereits via Google zu finden war. Auf Bing liess sich dieser nicht auffinden, genau so wenig wie ein tagesaktueller Eintrag auf Craigslist. Und auch Fotos von sich fand Tartakoff lediglich auf Google, nicht aber auf Bing. Diese kleinen Mängel sind allerdings zur Zeit noch nicht zu schwer zu gewichten, schliesslich befindet sich Bing noch immer in einer geschlossenen Beta-Phase und braucht wohl noch etwas Zeit, um das Internet auch wirklich aktuell zu durchforsten.
Dass es Microsoft mit seinem neuen Versuch, im Suchmaschinenmarkt Fuss zu fassen, ernst meint, zeigt sich auch an den geplanten Marketingausgaben für die Bewerbung von Bing. "Wir haben ein grosses Budget, sagte Microsoft-CEO Steve Ballmer an der Präsentation von Bing im amerikanischen Carlsberg. "Es ist so gross, dass ich schlucken musste, als ich es genehmigt habe". Tatsächlich scheint der Konzern ganze 100 Millionen Dollar in Werbung und entsprechende Begleitmassnahmen investieren zu wollen. Auch im Social-Media-Bereich rührt man schon kräftig die Werbetrommel. Zum Beispiel mit einem Twitter-Konto.
Apropos Europa: Der alte Kontinent muss sich (wieder einmal) gedulden, denn den vollen Funktionsumfang erhält vorerst nur das amerikanische Bing, dass ab 3. Juni für die Allgemeinheit zugänglich ist. Man arbeite zwar mit Hochdruck an der Umsetzung der lokalisierten Versionen, heisst es seitens Microsoft, allerdings will man sich nicht auf die Nennung von genauen Launchdaten einlassen. (Tom Bruehwiler)

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