Ein Jahr zu früh: Steria schliesst Leitsystemprojekt ab

1. Juli 2014, 13:37
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Es gibt auch Softwareprojekte im öffentlichen Bereich, die besser laufen als geplant.

Es gibt auch Softwareprojekte im öffentlichen Bereich, die besser laufen als geplant.
Insieme und Co.: Von Softwareprojekten für die öffentliche Hand, die teurer werden und viel länger dauern als gedacht, hört man des öfteren. Von Projekten, bei denen es andersrum läuft, dagegen eher selten. Der IT-Dienstleister Steria berichtet nun allerdings, dass er ein Projekt für ein übergeordnetes, regionenübergreifende Strassenleitsystem für die Kantone Luzern und Zug fast ein Jahr früher als geplant abschliessen konnte. Über das neue System können nun die Anlagen des Nationalstrassennetzes der Region, zum Beispiel Ampeln, Beleuchtungen und Tunnelbelüftungen, zentral überwacht und gesteuert werden. Wie uns Jean-Michel Ritzenthaler, Department Manager IT-Consulting bei Steria erklärte, wurde dabei auch das Budget eingehalten und vorgesehene Reserven nicht angeknabbert- dieses Geld kann nun für andere Zwecke verwendet werden.
Das Nationalstrassen-Leitsystem des Kantons Luzern musste im Rahmen der "Gesamterneuerung A2 Cityring Luzern" ersetzt werden. Steria Schweiz setzte sich im Herbst 2009 in einer Ausschreibung des Bundesamtes für Strassen ASTRA für die Realisierung des Leitsystems, das den amtstypisch schmissigen Namen "UeLS-zentras" trägt, gegen seine Mitbewerber durch. Das Projekt wurde noch im gleichen Jahr gestartet, im Mai 2011 stand das Grundsystem.
Fremdsysteme ohne Anpassungen integriert
Das neue Leitsystem wurde dann während der Bauphase des Cityrings schrittweise in Betrieb genommen. In einer weiteren Phase wurden dann die übrigen Tunnel des Kantons Luzern sowie die Nationalstrassen-Anlagen des Kantons Zug nach und nach in das neue Leitsystem integriert. Das erfolgte gemäss Steria weitgehend ohne Betriebsunterbrüche. Neue Anlagesteuerungen wurden bei laufendem System konfiguriert, integriert, getestet und dann in Betrieb genommen werden.
Vorhandene Fremdsysteme für die Steuerung von Anlagen konnten ausserdem zunächst ohne jegliche Anpassungen ins UeLS-zentras integriert und laut Ritzenthaler während der Migrationsphase parallel im alten und im neuen System betrieben werden. So konnte man sicherstellen, das die Steuerung auch im neuen System klappt, bevor man das alte abschaltete.
Jeder Strassenabschnitt autonom
Gemäss dem Dienstleister ist trotz der Zentralisierung jeder Abschnitt des des Strassennetzes, beispielsweise ein Tunnel oder Autobahnkreuz, aus Sicherheitsgründen auch weiterhin als eigenes Objekt autonom lauffähig, auch wenn das Gesamtsystem ausfällt oder für Wartungszwecke nicht in Betrieb ist.
Die Plattform ist laut Steria eine mandantenfähige
Web-Lösung, die auf Webservices und J2EE basiert. User können ohne die Installation von Clients über den Webbrowser darauf zugreifen. Auch Abhängigkeiten von Plug-Ins, ActivX-Elementen oder anderer Zusatzsoftware wurden vermieden. (hjm)

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