Ein Microsoft-RZ in 220 Containern

2. April 2008, 16:19
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Microsoft baut ein neues, riesiges Rechenzentrum mit einer Fläche von über 50'000 Quadratmetern in der Nähe von Chicago.

Microsoft baut ein neues, riesiges Rechenzentrum mit einer Fläche von über 50'000 Quadratmetern in der Nähe von Chicago. Das Rechenzentrum soll gemäss einem Bericht der US-Webseite Datacenterknowledge.com fantastische 500 Millionen Dollar kosten.
Dabei wird eine - zumindest für Microsoft - völlig neue Architektur verwendet. Statt Computer, Speicherboxen und Switches auf 19-Zoll-Gestellen und in Schränke zu packen und sie mit Luft zu kühlen, werden die Maschinen in bis zu 220 Standard-Schiffscontainer mit je eigener Kühlung gepackt. Die Container sollen im Parterre des Rechenzentrums aufeinander gestapelt werden. Zwischen den Containern wird es Fahrwege für Sattelschlepper geben, die so zusätzliche Container anliefern können.
Bei der Anordnung der Server in Containern geht es darum, möglichst viel Leistung auf möglichst wenig Fläche zu packen. Heutige, konventionelle RZs bringen es auf etwa 400 Watt pro Quadrat-Fuss während Microsoft hofft, in den Containern bis zu 1000 Watt pro Quadrat-Fuss (wir ersparen uns die Umrechnerei) zu erreichen. (Auch diese Angabe entstammt einem Artikel von Datacenterknowledge.)
Die Idee, komplette Rechenzentren in Standard-Containern unterzubringen ist nicht neu und nicht von Microsoft. Bereits 2006 lancierte Sun unter dem Namen "Blackbox" solche transportierbaren und autonomen Rechenzentren. Ein solches war letzten Sommer auch in Zürich zu bestaunen. 'The Register' glaubt übrigens, dass Sun die einzelnen Container für das Microsoft-RZ liefern werde.
Microsoft braucht die ungeheueren Rechen- und Speicherkapazitäten, die dieses Rechenzentrum zur Verfügung stellen wird, für die Bereitstellung seiner "Live"-Dienstleistungen (Mail, Suche, SaaS-Applikationen). (hc)

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