Ein Mitarbeiter, vier Endgeräte, zwei Drittel Schreibtisch

27. September 2012, 03:54
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Der klassische Arbeitsplatz verflüchtigt sich - und wird allgegenwärtig.

Der klassische Arbeitsplatz verflüchtigt sich - und wird allgegenwärtig.
Wenn man Wasser verdampft, verteilt es sich überall hin. Mit den zunehmend virtualisierten Arbeitsplätzen verhält es sich ähnlich. Früher stand man zu Hause auf, fuhr zum Büro und machte sich erst dort, am eigenen, vielleicht mit ein paar Blümchen und Familienfötelis oder der ganz individuellen Variante der organisierten Unordnung als eigenes Territorium markierten Schreibtisch, an die Arbeit. Heute ist der Arbeitsplatz schon für viele Menschen überall, zu Hause, auf dem Arbeitsweg, in Hotels, Cafés oder Flughäfen. Der persönliche Schreibtisch im Büro wird dafür teilweise abgeschafft.
Laut einer im Auftrag von Citrix durchgeführten Studie in 19 wichtigen Märkten in Europa, Asien und Amerika, an der sich rund 1900 IT-Entscheider beteiligten, kommen heute bei den befragten Unternehmen auf zehn Mitarbeitende im Schnitt noch knapp sieben Schreibtische. Bis 2014 erwarten die Befragten im Schnitt eine Reduktion der Arbeitsplätze im Büro um weitere 7 Prozent, bis 2020 um 18 Prozent. Die insgesamt benötigte Bürofläche soll so um etwa 14 Prozent sinken.
Schon jetzt benützen laut Citrix die Arbeitnehmer im Durchschnitt aller Länder 4,35 verschiedene Endgeräte, vom PC bis zum Smartphone, um auf das Firmennetz zuzugreifen. Diese Zahl unterscheidet sich allerdings erstaunlich stark zwischen verschiedenen Ländern, auch in Europa. In Frankreich werden zum Beispiel 6,8 Geräte benützt, in Deutschland 5,9. In Holland sind es dagegen nur 2,6 und in Schweden nur 2,2. In der Schweiz wurde die Befragung nicht durchgeführt.
BYOD kommt stark auf
Eine Strategie, um ihren Arbeitnehmern mobiles Arbeiten zu ermöglichen, haben bisher 62 Prozent der Befragten erarbeitet, 20 Prozent wollen bis in zwei Jahren so weit sein. "Bring-your-own-Device" (BYOD), also die Benützung persönlicher Endgeräte bei der Arbeit, wird gegenwärtig von 36 Prozent der Unternehmen erlaubt und ermutigt. Weitere 35 Prozent wollen dies bis in zwei Jahren nachholen.
Ein Drittel der Unternehmen, die BYOD ermöglichen, übernehmen dafür auch die Anschaffungskosten der Geräte voll, 41 Prozent wollen zumindest einen Teilbeitrag leisten. Dabei geht es unter anderem darum, ein gewisses Mass an Kontrolle über die Geräte der Mitarbeiter zu behalten, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Management von Applikationen zu vereinfachen.
Unternehmen erhoffen sich durch BYOD unter anderem die Schaffung von flexibleren, wandlungsfähigeren Arbeitsplätzen (66 Prozent) und geringere Kosten für Immobilien (48 Prozent) sowie für Reisen und ähnliches (50 Prozent). Ausserdem hoffen Firmen, so für neue Fachkräfte attraktiver zu werden (39 Prozent) und wichtige Mitarbeiter zu halten (35 Prozent).
Als Vorteile für die Mitarbeitenden werden unter anderem höhere Flexibilität (58 Prozent), mehr Produktivität (51 Prozent), ein geringerer Zeitaufwand zum Pendeln (59 Prozent) und eine bessere Work-Life-Balance (50 Prozent) versprochen. (Hans Jörg Maron)

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