Ein neues GEVER im Ländle

29. August 2013, 15:31
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Im Fürstentum Liechtenstein wurde in diesem Frühling eine neue Lösung für den elektronischen Geschäftsverkehr (GEVER) der Regierung eingeführt.

Im Fürstentum Liechtenstein wurde in diesem Frühling eine neue Lösung für den elektronischen Geschäftsverkehr (GEVER) der Regierung eingeführt. "CMI Konsul" ist ein Produkt des Schwerzenbacher Softwareanbieters CM Informatik. Die neue Software löst eine Individuallösung ab und deckt Regierungsgeschäfte von der Abfassung der Anträge, Traktandierung und Protokollierung bis zur Ausfertigung und Verteilung der Beschlüsse ab. Den ersten Praxistest habe "CMI Konsul" bei der ersten Sitzung der neuen Liechtensteiner Regierung in diesem April problemlos gemeistert, bekräftigen der Anbieter und auch Verantwortliche aus Liechtenstein heute in einer Mitteilung einhellig.
Das Projekt zur Einführung begann im letzten September und endete in diesem März. In diesem halben Jahr wurde die Lösung laut CM Informatik parametrisiert, auf rund 180 Arbeitsplätzen installiert und die entsprechenden Mitarbeitenden geschult. Zudem musste ein neues Modul zur Ausfertigung der Beschlüsse mit Serienbrieffunktion entwickelt und implementiert werden.
Dieses Modul wird mit einem Release der Software in diesem Herbst auch anderen Kunden von CM Informatik zur Verfügung gestellt werden. Zu den Kunden der Schwerzenbacher gehören viele Kantone und Gemeinden in der Schweiz.
Vorgeschichte
Interessant ist unter anderem die Vorgeschichte des Projekts. Für die Verwaltung von Regirungsgeschäften wurden in Liechtenstein schon ab 1994 keine Schreibmaschinen mehr eingesetzt. Für die Abwicklung wurde damals eine individuelle Lösung, basierend auf MS Word, entwickelt, die seither lange, lange Jahre im Einsatz stand. Die usprüngliche Entwicklerfirma ging in dieser Zeit Konkurs, und zuletzt kümmerte sich nur noch ein Programmierer als Ein-Mann-Firma um die Wartung der Applikation.
Keine verwaltungsweite Lösung
Laut Horst Schädler, Regierungssekretär der Regierung des Fürstentums Liechtenstein, gab aber schlussendlich trotzdem nicht das Alter der Applikation, sondern das neue Verwaltungsorganisationsgesetz, das am 1. Februar dieses Jahres in Kraft trat, den Ausschlag für den Umstieg. "Es beinhaltet diverse Umstrukturierungen, den Umbau von 15 Ressorts zu 5 Ministerien und neue Zuständigkeiten und Abläufe. Damit war unsere alte Applikation 'Antragswesen' definitiv überfordert, eine Umstellung also zwingend". Weil die Zeit sehr knapp war, so Schädler weiter, "haben wir entschieden, nach einer Lösung zu suchen, welche unsere alte Applikation möglichst 1:1 ersetzt und dabei bewusst auf die Einführung eines verwaltungsweiten Dokumentenmanagementsystems sowie einer verwaltungsweiten Archivlösung verzichtet."
Das neue Produkt wurde Ende Juni andgültig abgenommen. In einer zweiten Phase habe man nun diverse Anpassungen und Optimierungen vornehmen, so CM Informatik. Ausserdem habe man die Datenmigration aus dem alten System in Angriff genommen. Dafür müssen immerhin alle Anträge seit 1994 (jährlich sind das etwa 3000) sowie alle Sitzungsprotokolle und Beschlüsse seit 1998 migriert werden. (hjm)

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