Ein Rechenzentrum im Schafspelz

25. Januar 2012, 11:16
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So schööön.

So schööön.
Heimelig, nicht? Und sicher familienfreundlich, diese geräumige, cottage-artige Villa im Retro-Stil, die da auf dem Gelände der letzten gegenwärtig noch bewirtschafteten Farm in Minnetonka, Minnesota gebaut werden soll. Sogar ein Cheminée scheint geplant, wie der hübsche Steinkamin andeutet.
Die Villa ist aber keine, sondern ein getarntes Rechenzentrum, das etwa 4'000 Quadratmeter Gesamtfläche (inkl. einigen Büros und Tiefgarage) bieten und 30 Millionen Dollar kosten soll, wie das regionale Wirtschaftsblatt 'Finance & Commerce' schreibt, auf dessen Bericht wir durch 'DatacenterDynamics' gestossen sind. Hinter dem Projekt steht ein Immobilienunternehmen namens Keith Waters & Associates, das normalerweise im Geschäft mit Luxushäusern tätig ist und das RZ zusammen mit zwanzig realen Einfamilienhäusern bauen will. Abnehmer für das Rechenzentrum soll das Telekommunikationsunternehmen FiberPop sein. Dieses hat sich darauf spezialisiert, Glasfasernetze zusammen mit Rechenzentren für regionale Gemeinden und Unternehmen zu bauen und zu betreiben.
RZ-Auftraggeber versuchen normalerweise, die Kosten angesichts der sowieso schon sehr hohen Anfangsinvestitionen möglichst tief zu halten, und die an sich völlig nutzlose Tarnung als Villa dürfte nicht gerade geringe Zusatzkosten verursachen. Der Grund dafür ist die Akzeptanz bei den Anwohnern. Diese haben zwar laut 'Finance & Commerce' etwas Bedenken dagegen, dass da ein kommerzielles Gebäude in ihre ruhige und gehobene Wohngegend in der Nähe der "Twin Cities" Minneapolis und St. Paul kommen soll. Aber die wenigstens gediegen anmutende Pseudovilla scheint ihnen immer noch lieber zu sein, als ein dreistöckiges Gebäude mit Appartements für Rentner, das eine andere Immobilienfirma vorgeschlagen hat. (Hans Jörg Maron)
(Konzeptzeichnung: Keith Waters & Associates)

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