Ein Startup mit EPFL-Wurzeln erhält Geld von Amazon

18. März 2021, 10:57
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Inpher verbindet KI mit neuartiger Verschlüsselung und wird nun vom Amazon Alexa Fund unterstützt.

Der Amazon Alexa Fund investiert in das Startup Inpher, das seinen Sitz in New York hat und auch in San Francisco arbeitet. Seine Wurzeln hat die Firma im EPFL Innovation Park.
Dies teilt das Startup mit. Inpher hatte zuvor eine Finanzierung in Höhe von 14 Millionen Dollar erhalten, insbesondere von JPMorgan Chase. Um wieviel Geld es diesmal geht, wird nicht bekannt gegeben. Der Amazon Alexa Fund sagt von sich selbst, man stelle bis zu 200 Millionen US-Dollar an Risikokapital zur Verfügung, um Innovationen in der Sprachtechnologie voranzutreiben. Im Bereich KI/Machine Learning ist Inpher aktuell laut offizieller Seite eines von rund einem Dutzend Startups weltweit, welche unterstützt werden.
Inpher bietet eine SaaS-Lösung auf Enterprise-Level, die "Secret Computing" heisst und die Firma liess den Term offenbar als Marke patentieren. Die Lösung ermögliche es Datenwissenschaftlern, "konform, sicher und privat mit verteilten Daten zu rechnen, ohne diese jemals offenzulegen oder zu bewegen." Damit könne man unter anderem datenschutzkonforme Machine-Learning-Modelle auf Basis von verteilten Datenquellen entwickeln.
Zentraler Teil sei eine eigene Methode: die Verschlüsselung von Daten, während sie verarbeitet werden, nicht nur im Ruhezustand oder beim Transfer innerhalb eines Netzwerks. Diese sogenannte vollständig homomorphe Verschlüsselung, ermöglicht es, Berechnungen auf verschlüsselten Daten durchzuführen. Hinzu kommen beim Produkt Secure Multi-Party Computation und Föderales Lernen auf mehreren Geräten. Damit sei der Consumer-Datenschutz im KI-Bereich sichergestellt. "Diese Technologie garantiert, dass Sie nichts über die Input-Daten erfahren, sondern nur über die Funktion, die mit den Daten ausgeführt wird. Daher fällt sie nicht in den Anwendungsbereich der GDPR", wirbt Dimitar Jetchev, Mitbegründer und Chief Technology Officer von Inpher.
Laut Corporate Website zählt das 2015 im EPFL Innovation Park gegründete Startup rund 30 Mitarbeitende an den drei Standorten. Eine wesentliche Kraft sei Jetchev, der als Spezialist für kryptographische Algorithmen im Bereich Mathematik an der EPFL lehrt. Die meisten der ursprünglichen Mitarbeiter von Inpher brachten Kryptographie- und Sicherheitsexpertise von der Lausanner Hochschule mit, meldet die Ausbildungsstätte stolz.

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