Eine Chat-App für Schweizer Polizeien

3. Dezember 2014, 16:34
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WhatsApp & Co. sind ihnen zu heikel: Schweizer Polizeikorps wollen künftig über eine sichere Messenger-App kommunizieren.

WhatsApp & Co. sind ihnen zu heikel: Schweizer Polizeikorps wollen künftig über eine sichere Messenger-App kommunizieren.
SMS sind von gestern: 600 Millionen Menschen weltweit nutzen die Messenger-App WhatsApp. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Schweizer Alternativen wie Swisscoms iO, Threema oder das heute angekündigte Wire. Projekttitel: Applikation Instant Messenger Polizei (App IMP).
Gefragt ist ein "sicheres Kommunikationssystem zum Austausch von Kurznachrichten (Text, Bild, Audio, Video) zwischen allen schweizerischen Behörden mit polizeilichen Aufgaben". Zwar hat Bern den Lead, doch sind am Projekt und an der späteren Nutzung des Systems voraussichtlich alle Schweizer Behörden mit polizeilichen Aufgaben beteiligt, so ein Sprecher zu inside-it.ch.
In der Ausschreibung wird erklärt, dass die Funktionalitäten der gängigen Messenger-Apps "auch für den Polizei-Alltag interessant" seien, aber aufgrund der teilweise ungenügenden Sicherheitsstandards nicht beziehungsweise nur bedingt einsetzbar seien: "Insbesondere die Kommunikation über ungeschützte Verbindungen, die Datenhaltung auf Servern im Ausland und die mögliche Einsichtnahme durch unbefugte Dritte in die übermittelten Daten schliessen den polizeilichen Einsatz aus."
Wer offerieren will, muss zahlreiche Kriterien erfüllen. So muss unter anderem nachgewiesen werden, dass man bereits über ein Produkt oder eine Kundeninstallation zur sicheren Kommunikation von Kurznachrichten verfügt. Die Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung und Wahrung der Geheimhaltung gehört ebenfalls dazu. Threema wirbt explizit damit, dass die App gerade im Vergleich zu WhatsApp sicherer sei. "Threema wäre natürlich dank seiner starken Verschlüsselung und des einzigartigen Privacy-Konzepts besonders prädestiniert für den Einsatz im Polizeidienst. Wir werden die Ausschreibungsunterlagen selbstverständlich sorgfältig prüfen und anschliessend über eine Teilnahme entscheiden", heisst es bei Threema auf Anfrage. Swisscom wiederum sagt: "Unsere App iO wäre eine passende Lösung für die in der Ausschreibung formulierten Bedingungen. Wir prüfen nun, in welcher Form wir an der Ausschreibung teilnehmen."
Vom potenziellen Anbieter wird aber mehr als eine App verlangt. Zum Auftrag gehören unter anderem auch Betrieb, Wartung und Pflege des Gesamtsystems auf Basis von Service Level Agreements (SLA) über fünf Jahre. Auf wie vielen Geräten die App installiert werden soll, ist noch unklar. (Maurizio Minetti)

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