Eine halbe Milliarde Franken für das Mobilnetz

21. September 2009, 11:28
  • telco
  • sunrise
  • innovation
  • strategie
  • interview
image

Sunrise-Chef Brand will Fokus des Unternehmens von entbündelten Hausanschlüssen neu auf den Ausbau des Mobilfunknetzes richten. Im Bereich der Liberalisierung läuft für Brand noch immer vieles "volkswirtschaftlich fragwürdig".

Sunrise-Chef Brand will Fokus des Unternehmens von entbündelten Hausanschlüssen neu auf den Ausbau des Mobilfunknetzes richten. Im Bereich der Liberalisierung läuft für Brand noch immer vieles "volkswirtschaftlich fragwürdig".
Das Telekommunikationsunternehmen Sunrise will in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Franken allein in den Ausbau des Mobilfunknetzes stecken. Das habe der Verwaltungsrat in der letzten Woche entschieden, sagte Sunrise-CEO Christoph Brand in einem Interview mit der 'SonntagsZeitung'. Konkret will Sunrise neben der Einführung von neuen Technologien vor allem Randregionen besser erschliessen. "Einen grossen Teil der Investitionen stecken wir in neue Techniken, die auch fernab von den Zentren schnelle Datenübertragungen mit dem Handy erlauben, für 90 Prozent oder mehr der Bevölkerung", so Brand. Gerade der starke Anstieg des Datenverkehrs auf dem Mobilfunknetz zeige, dass das kommerziell sinnvoll sei.
Wie Brand weiter sagte, will Sunrise seinen Fokus in den nächsten Jahren auf den Mobilfunk legen. Die Entbündelung der Hausanschlüsse, in die das Unternehmen bisher einen "tiefen dreistelligen Millionenbetrag" investiert habe und gegen Ende Jahr damit rund 80 Prozent der Haushalte erreicht, rückt deshalb etwas in den Hintergrund.
In Bezug auf die Liberalisierung der Telekommunikation läuft für Brand allerdings immer noch vieles "volkswirtschaftlich fragwürdig". Ein Beispiel dafür sei der Glasfaseraufbau, wo die Anbieter das Geld in die Grabung von Kabelschächten und die Verlegung von Kabeln stecken, anstatt in Technologien und Dienste zu investieren. Brand: "Das ist ein Irrsinn. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Schweiz sinkende Direktinvestitionen in den Informations- und Kommunikationstechnologie-Markt aus dem Ausland ausweist." (bt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Swisscom bricht Verhandlungen ab: Müssen 160 Spitäler bald wieder per Papier abrechnen?

Heute können Spitäler elektronisch mit Versicherern und Kantonen abrechnen. Aber wie lange noch? Swisscom Health hat die Verhandlungen mit dem Dienstleister Medidata einseitig abgebrochen.

publiziert am 17.11.2022
image

Für Startups stehen 45 Millionen Franken aus Zürich bereit

Die Schweizer Venture-Capital-Firma Equitypitcher schliesst erfolgreich ihren zweiten Fonds. Das Geld soll gezielt im DACH-Raum investiert werden.

publiziert am 17.11.2022
image

Linux-Foundation Europe lanciert ambitiöses Telco-Software-Projekt

Im Projekt Sylva soll ein kompletter Open-Source-Stack für europäische Telcos entstehen. Dahinter stehen gewichtige Branchenplayer.

publiziert am 16.11.2022
image

Telekom-Störungen sollen schneller erfasst werden

Der Bundesrat will die Sicherheit von Fernmeldenetzen verbessern. Telcos müssen bei Störungen die Nationale Alarmzentrale informieren, Internet-Anbieter besser vor Manipulationen schützen.

publiziert am 16.11.2022 1