Eine hochsichere Schweizer Blockchain wächst heran

28. April 2020, 11:27
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Ein unbekanntes Startup und eine Axpo-Tochter lancieren eine SwissDLT. Die ETH ist dabei, der FC St. Gallen ebenso.

Nach Connectivity-Services, einem SOC und Network Operation Center will sich Axpo WZ-Systems nun mit Blockchain-Services ein Geschäftsfeld aufbauen. Die Tochter von Axpo ist spezialisiert auf Mission Critical Datenkommunikations-Infrastrukturen und tut sich mit dem Startup Blockchain Trust Solutions (BCTS) zusammen, wie die Partner mitteilen.
Es handle sich um eine hochsichere Schweizer Blockchain-Lösung "für jedermann", versprechen die Unternehmen. SwissDLT, so der Produktname, nutzt die Netz-Infrastruktur von Axpo WZ-Systems, über welche die angeschlossenen Nodes kommunizieren.
Das spezifisch schweizerische sei, dass sämtliche Nodes in der Schweiz liegen: "Die Daten verlassen somit nie den Schweizer Rechtsraum", heisst es. Das Konzept entspricht der "permissioned Blockchain", bei welcher nur genehmigte, bekannte Akteure teilnehmen. Sie funktioniere nach dem "Proof-of-Authority-Prinzip" (POA), heisst es dazu. In PoA-basierten Netzwerken werden Transaktionen und Blöcke durch so genannte Validatoren validiert. Dieser Prozess ist üblicherweise automatisiert und diese Form von Blockchains gilt als vergleichsweise schnell.
Stefan Kunz, Chief Marketing Officer von Axpo WZ-Systems, sagt dazu: "Durch die Partnerschaft mit BCTS zeigen wir, dass unsere Infrastruktur für zukünftige Technologien bereit ist. Wir freuen uns zudem, einem vielversprechenden Start-up die nötige Basis für sein Geschäftsmodell zu liefern."
Es gibt auch bereits eine Mitgliederliste, eine "SwissDLT-Allianz". Die ETH, die Fachhochschule St. Gallen, das Raiffeisen Unternehmerzentrum sowie der FC St. Gallen und andere mehr zählen laut Mitteilung dazu.
Die ETH ist via den Professor Adrian Perrig vertreten. Der Entwickler einer alternativen Internet-Architektur namens SCION sagt dazu: "Die Verknüpfung der zuverlässigen SwissDLT mit unserem hochsicheren Netzwerk-Protokoll SCION bildet ein Fundament, das einen sicherer Betrieb gewährleistet. Die Zusammenarbeit mit Axpo WZ-System ist für uns eine ausgezeichnete Chance, die Produktivität von SCION weiter auszubauen."
Dessen Konzept erklärte Perrig bei uns exklusiv in einem Gastbeitrag.
Auch für die Teilnahme des Fussballclubs FC St. Gallen gibt es eine Erklärung. Das Startup BCTS ist im appenzellischen Herisau 2018 gegründet worden, und ging aus einem anderen Blockchain-Startup namens Forkwealth hervor. Mitgründer ist ein früherer Verwaltungsrat des FC St. Gallen.

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