Eine "Illusion" mit realen Auswirkungen

30. Juni 2015, 12:00
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Der globale ICT-Markt schrumpft deutlich - in Dollar gerechnet.

Der globale ICT-Markt schrumpft deutlich - in Dollar gerechnet.
Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat seine neuste Prognose zur Entwicklung des globalen IT-Markts veröffentlicht. Demnach werden dieses Jahr weltweit insgesamt 3,5 Billionen US-Dollar für ICT ausgegeben werden. Verglichen mit 2014 würde dies einem Rückgang um 5,5 Prozent entsprechen. Dies ist aber vor allem eine rechnerische Folge des steigenden Dollarkurses, denn die Umsätze in Landeswährungen steigen. Mit dem gleichen Kurs wie 2014 berechnet, so Gartner, beträgt das Wachstum 2,5 Prozent.
In seiner letzten Prognose von Anfang April sagte Gartner noch einen Rückgang des Marktvolumens um 1,3 Prozent in US-Dollar beziehungsweise ein Wachstum von 3,1 Prozent bei konstantem Kurs voraus. Gartner rechnet also mittlerweile mit einem etwas geringeren "realen" Wachstum und einem noch stärker steigenden Dollarkurs.
Gartner beeilt sich, festzuhalten, dass der Markt nicht wirklich in einer Krise steckt: "Wir müssen deutlich betonen, dass es sich hier nicht um einen Marktcrash handelt. Vielmehr sehen wir die Illusionen, die starke Schwankungen des Kurses des US-Dollars gegenüber anderen Währungen kreieren können." erklärt dazu der Gartner-Mann John-David Lovelock.
Trotzdem wird die aktuelle "Illusion" eines schrumpfenden Markts laut Gartner auch reale Auswirkungen haben - insbesondere steigende Preise. Hersteller werden dazu gezwungen sein, Preise anzuheben, um steigende Kosten abzufedern und ihre Margen zu halten.
Gartner rechnet mit einem Umsatzrückgang in Dollar gerechnet sowohl bei Clients als auch bei Rechenzentrumshardware, -Software und IT-Services.
Im PC-Markt könnte die Preise in Ländern, wo der Dollar stark ist, um rund 10 Prozent steigen. Zudem sei der Channel speziell in Westeuropa gegenwärtig ziemlich "vollgestopft": Die Lager sind noch voll mit Geräten, welche die Händler gerne noch loswerden möchten, bevor sie beginnen, in grösserem Stil Windows-10-Geräte zu pushen.
Im RZ-Infrastruktur-Markt rechnet Gartner mit in etwa gleich bleibenden Einkaufsbudgets der Unternehmen. Auf die vorausgesagten Preissteigerungen dürften sie vor allem durch Verschiebungen von Anschaffungen reagieren.
Im Enterprise-Software-Segment werden die Hersteller dagegen Preissteigerungen eher vermeiden, vermutet Gartner. Insbesondere im Software-as-a-Service-Markt gehe es den Anbietern gegenwärtig hauptsächlich um Marktanteile, und weniger um Profitabilität.
Im Service-Markt sieht Gartner ein kleines Volumenwachstum für Consulting-Services. Bei konkreten Implementierungprojekten, so der Marktforscher, dürften Kunden dagegen vermehrt auf die Preise drücken. (hjm)

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