Eine Suchmaschine mit "Datenschutzbutton"

12. Dezember 2007, 09:56
  • datenschutz
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Die Suchmaschine "Ask.

Die Suchmaschine "Ask.com" hat als bisher erste Suchmaschine überhaupt einen Datenschutzbutton eingerichtet, mit dem User verlangen können, dass ihre Suchabfragen sehr schnell wieder gelöscht werden. Ask.com hofft, sich damit einen Konkurrenzvorteil gegen die deutlich häufiger benutzten Rivalen von Google, Yahoo oder Microsoft verschaffen zu können. Datenschützer hoffen aber, dass sich auch diese dem Vorbild anschliessen werden.
Suchmaschinen speichern die Daten von Suchabfragen in unterschiedlichem Ausmass und unterschiedlich lange. Begründet wird dies meist mit dem Anliegen, durch die Auswertung dieser Daten die Suchergebnisse zu verbessern. Über mitgespeicherte IP-Adressen und noch einfacher über die Daten der Cookies von Usern, die sich für ein persönliches Konto angemeldet haben, können diese Daten theoretisch auch einzelnen Personen zugeordnet werden.
Ask.coms "AskEraser" ist allerdings nicht wirklich konsequent. Er verhindert nicht, dass die Daten gespeichert werden, Ask.com verspricht stattt dessen, dass sie nach wenigen Stunden wieder gelöscht werden. Einer der grossen Haken dabei ist, wie das 'Wall Street Journal' anmerkt, dass Ask.com ein Abkommen mit Google für die Einblendung von kontextsensitiven Anzeigen hat – die Abfragen landen also vor dem Löschen auch auf den Google-Servern und Google dürfte sie behalten. Ausserdem behält sich Ask.com das Recht vor, die "AskEraser"-Funktion ohne Wissen des Users zu deaktivieren, wenn dies von staatlichen Behörden im Rahmen von Untersuchungen verlangt wird. (hjm)

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