"Eine Zukunft ohne Informatik ist keine Zukunft"

22. April 2015 um 11:58
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Die Hasler-Stiftung bringt das Projekt "Fit in Informatik" zum Abschluss.

Informatik hat Einzug in die Schulen gehalten. Nun geht es darum, die Lehrer auszubilden und Lehrmaterialien zur Verfügung zu stellen, sodass die Informatikwissenschaften flächendeckend gelehrt werden können.
Wer in der Gesellschaft der Zukunft mitreden möchte, der muss etwas von Informatik verstehen. Dessen waren sich die Referenten des gestrigen Anlasses zum Ende des Förderprogramms "Fit in Informatik" (FIT) der Hasler-Stiftung einig.
"Zehn Jahre und zwanzig Millionen", so die Kurzzusammenfassung des Programms, das von Jürg Kohlas und Paul Kleiner 2006 initiiert wurde. Das strategische Hauptziel von FIT - Informatik ist Bestandteil des gymnasialen Curriculums - sei erreicht, erklärt Kohlas vor rund 180 Vertretern aus Politik, Bildung und Wirtschaft in Bern.
Informatik hat mit der kleinen Maturitätsreform von 2007 Einzug in die Gymnasien gefunden. Ausserdem verankert der Lehrplan 21 die Informatik in der Volksschule. Und zwar "echte" Informatik, wie die Referenten betonen. Schüler sollen Computer steuern können, statt sie einfach nur zu bedienen.
Es sei wichtig die fundamentalen Konzepte der Informatik zu vermitteln: etwa, wie ein Netzwerk aufgebaut ist, wie Daten und Prozesse visualisiert werden können oder was sichere Kommunikation und Datenschutz bedeuten. Diese Konzepte werden künftig in allen Bereichen unserer Gesellschaft immer wichtiger werden. "Eine Zukunft ohne Informatik ist keine Zukunft", ist sich Kohlas sicher.
Schlüsselrolle für die Hochschulen
Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat die Hasler-Stiftung eine Reihe von Massnahmen lanciert, um die Informatikbildung zu fördern. Dazu gehört etwa das Projekt I-Factory im Verkehrshaus Luzern. Hier können Schüler Grundtechniken der Informatik auf spielerische Art kennenlernen, wobei sowohl Anreise als auch Eintritt von der Stiftung übernommen wird. Ausserdem werden Workshops für Lehrer angeboten, um deren Interesse zu wecken und Engagement zu fördern.
Denn hier besteht noch eine grosse Lücke: noch gibt es kaum ausgebildete Lehrer. In Zusammenarbeit mit mehreren Schweizer Hochschulen hat die Hasler-Stiftung zwar die kurzfristige Ausbildung von Lehrpersonen mitfinanziert, sodass Informatik in die Schulen gebracht werden kann. Aber nach wie vor kommt den Hochschulen künftig eine wichtige Rolle zu.
Wie der Leiter Informatische Bildung Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Alexander Repenning, betont, gibt es in der Schweiz zwar motivierte Gruppen und interessante Einzelprojekte, doch von einer flächendeckenden und strukturierten Informatiklehrer-Ausbildung kann noch keine Rede sein. Das Ziel der FHNW sei es, dass bis 2017 sämtliche angehende Lehrer zwei dementsprechende Lehrveranstaltungen besuchen, sodass diese auch gerüstet sind. (kjo)

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