Einführung der Zürcher Justiz-Software vorläufig gestoppt

14. September 2015, 09:55
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Seit Herbst 2014 arbeiten die Zürcher Strafverfolgungsbehörden mit dem IT-System RIS 2.

Seit Herbst 2014 arbeiten die Zürcher Strafverfolgungsbehörden mit dem IT-System RIS 2. Das Rechtsinformationssystem steht schon länger in Kritik, insbesondere weil es bedeutend teurer ist, als zunächst angenommen: Statt acht Millionen kostet RIS 2 24 Millionen Franken. Die Justizsoftware wird von der Zürcher Justizdirektion selbst entwickelt und soll das 1988 in Betrieb genommene und mittlerweile technisch veraltete RIS 1 ersetzen.
Neben den Strafverfolgungsbehörden hätte das System auch im Justizvollzug und weiteren Einheiten der Direktion der Justiz und des Innern eingeführt werden sollen. Die Justizdirektion hat diese Ausdehnung nun vorläufig gestoppt, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht.
Bevor RIS 2 bei weiteren Abteilungen eingeführt wird, soll das Projekt überprüft werden. Es werde untersucht, welches der "technisch und finanziell sinnvollste Weg ist, RIS 2 auch in anderen Bereichen der Direktion anwendbar zu machen", zitiert die 'NZZ' Benjamin Tommer, Sprecher der Justizdirektion. FDP-Kantonsrat Martin Farner begrüsst diesen Schritt. Das System hätte bereits vor einem Jahr gestoppt werden sollen, sagt er gegenüber der Zeitung.
Diese Überprüfung dauert gemäss Medienmitteilung voraussichtlich bis in das erste Semester 2016. Der Prozess ist ergebnisoffen, schreibt die Justizdirektion weiter. Denkbar sei auch eine einfachere und billigere Anwendung, erklärt Tommer gegenüber der 'NZZ'. (kjo)

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