Einsatzgebiet Weltraum: Nato will Satelliten schützen

19. November 2019, 14:52
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Die Nato will den Weltraum zu einem neuen Einsatzgebiet erklären.

Die Nato will den Weltraum zu einem neuen Einsatzgebiet erklären. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte in Brüssel, er erwarte, dass die Aussenminister der Militärallianz beim Nato-Gipfel "den Weltraum als Operationsbereich" anerkennen. Der Weltraum sei "unentbehrlich für die Verteidigung und Abschreckung der Allianz".
Im Juni hatten die Nato-Verteidigungsminister erstmals eine Weltraumstrategie beschlossen. Das Bündnis will damit vor allem Satelliten schützen, die für die Kommunikation bei Einsätzen, Navigation, Frühwarnsysteme zu Raketenstarts und Lagebilder in Konfliktgebieten wichtig sind.
Stoltenberg verwies darauf, dass derzeit rund 2000 aktive Satelliten die Erde umkreisten. "Rund die Hälfte gehören Nato-Ländern", sagte der Generalsekretär. Sie müssten geschützt werden. Die Nato habe aber "nicht die Absicht, Waffen in den Weltraum zu bringen".
Die Nato hatte zwischen den 1970er- und den 1990er-Jahren mehrere Satelliten für militärische Kommunikation ins All geschickt. Inzwischen verzichtet das Bündnis aber auf eigene Kapazitäten im Weltraum und nutzt Satelliten der Nato-Mitgliedsstaaten.
Stoltenberg wollte sich vor diesem Hintergrund nicht zur Zusammenarbeit mit Nato-Ländern wie den USA oder Frankreich äussern, die verstärkt auf militärische Präsenz im Weltall setzen. So hat US-Präsident Donald Trump im August ein eigenes militärisches "Weltraumkommando" aus der Taufe gehoben. Es soll laut Trump sicherstellen, dass die Dominanz Amerikas im Weltraum nie bedroht werde.
In der Kolumne "SATW insights: Cyber (lost) in Space?" für inside-it.ch forderte Adolf J. Doerig, Präsident des Advisory Board Cybersecurity der SATW, kürzlich, dass auch die Schweiz das Thema Weltraum verstärkt ins Blickfeld nehmen sollte. Zwar habe die Schweiz kaum eigene Satelliten, "aber auch unser Land hat legitime Interessen im All und kann Einfluss auf strategisch wichtige Bereiche nehmen".
Die Nato ihrerseits hatte 2016 bereits den Cyberspace neben den traditionellen Einsatzbereichen Luft, Boden und See zum eigenständigen Operationsgebiet erklärt. Hacker-Angriffe können seitdem auch den Bündnisfall auslösen. (paz/Keystone-sda)

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