Einsprachen gegen Diessenhofer Swift-RZ

22. Februar 2010, 10:34
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Entscheidet sich die Organisation, die fast alle internationalen Bankentransaktionen abwickelt, für Asien als RZ-Standort?

Entscheidet sich die Organisation, die fast alle internationalen Bankentransaktionen abwickelt, für Asien als RZ-Standort?
Dass im thurgauischen Diessenhofen das neue Rechenzentrum des Finanzdienstleisters Swift entstehen soll, darüber berichteten Schweizer Medien bereits letztes Jahr. Die 'Neue Zürcher Zeitung', die vor zwei Jahren mit dem Bericht, dass Swift ein neues RZ "im Einzugsgebiet von Zürich" bauen werde, für Aufsehen sorgte, meldete nun am Wochenende, dass Swift im Januar in Diessenhofen ein Baugesuch für eine 51 Millionen Franken teure, vorwiegend unterirdisch angelegte Anlage, die sich auf 7,5 Hektaren Wiesland erstreckt, eingereicht habe. 50 Arbeitsplätze sollen entstehen. Bestätigt hat dies am Freitag Pascal Gasser, der Leiter des schweizerischen Rechenzentrums der Swift.
Wie die 'NZZ' nun schreibt, sind gegen den geplanten Bau in Diessenhofen jedoch am Freitag zwei Einsprachen eingegangen. Dadurch könne der Diessenhofer Stadtrat das Baugesuch nicht wie geplant Anfang März behandeln – Swift wollte Mitte März definitiv über den Bau entscheiden. Aus "strategischen Überlegungen" war der Entscheid um drei Monate verschoben worden.
Asien als Alternative?
Swift unterhält zwei Rechenzentren, eines in den Niederlanden, das andere in den USA. Sämtliche Buchungen werden aus Sicherheitsgründen jeweils von Europa nach Amerika gespiegelt. "Zur Verfolgung möglicher Terrorismusfinanzierung", so der offizielle Grund, greifen US-Behörden auf diese Daten zu. Mit einem dritten RZ sollte nun der innereuropäische Datenfluss von den US-Behörden abgekoppelt werden.
Als man sich vor zwei Jahren entschied, in der Schweiz ein RZ zu bauen, spielte das Bankgeheimnis noch eine zentrale Rolle. Doch mittlerweile hat dieses arg gelitten. Gemäss 'NZZ' ist es deshalb vorstellbar, dass für die Swift der Grundsatz wieder mehr Gewicht erhält, wonach die Rechenzentren aus Sicherheitsgründen - Terrorismus, Naturkatastrophen, Kriegsausbrüche - auf verschiedenen Kontinenten anzusiedeln sind. Weil das Operating-Center in den Niederlanden unbestritten ist, spricht dieser Faktor für Asien und gegen die Schweiz. (mim)

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