ELCA hat gut lachen

3. Mai 2006, 12:57
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Die Lausanner Softwareschmiede ELCA wächst unter anderem dank einer sicheren Zugangskarte und einer überlegten Offshoring-Strategie.

Die Lausanner Softwareschmiede ELCA wächst unter anderem dank einer sicheren Zugangskarte und einer überlegten Offshoring-Strategie.
Der Westschweizer Softwarehersteller, Systemintegrator und Business Consulter ELCA hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Im letzten Jahr wies das Unternehmen einen Umsatz von 50 Millionen Franken aus. Das entspricht einer Steigerung um 7,3 Prozent verglichen mit den 46,5 Millionen im Vorjahr. Der Reingewinn konnte von 205'000 auf über 2 Millionen Franken erhöht werden. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte das in Lausanne ansässige Unternehmen sogar um 138 Prozent zu, er betrug 3,6 Millionen Franken (1,5 Millionen im Vorjahr).
95 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete ELCA mit Dienstleistungen, der Rest ging auf Verkauf von Hardware und Software zurück. Gemäss CFO Laurent Wassenberg war das vergangene Jahr das Beste seit fünf Jahren. Tatsächlich war der Umsatz 2003 um einiges höher als 2005, dieser Erfolg musste dann aber 2004 "verdaut werden", wie es CEO Daniel Gorostidi (Bild) formuliert. Zu bemerken ist, dass der Anteil, den das Grosskundengeschäft beim Umsatz ausmacht, erneut abgenommen hat. Das Wachstum verdankt ELCA vor allem Neukunden. Zielbranche bleibt der Finanzsektor, gefolgt vom Versicherungs-, Gesundheits- und Transportwesen. An Bedeutung verloren hat hingegen der Bereich Government.
Sichere Gemüsekarte
In den vergangenen fünf Jahren habe ELCA viel in Forschung und Entwicklung investiert, weshalb auch ein halbes Dutzend Patente angemeldet wurden. Eine interessante Lösung ist eine Karte für den sicheren Zugang namens ELCARD, die beispielsweise im Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) eingesetzt wird. Die Karte wird erst seit knapp zwei Jahren angeboten, stellt aber bereits eine ernste Alternative zu gängigen Secure-IDs dar. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass man mit der ELCARD keine Zahlen per Tastatur tippen muss, alles geschieht mit der Maus. Zudem muss man sich den Code auf der Karte mittels eines Zahlen- und Buchstabenrasters kombiniert mit Bildchen von verschiedenen Früchten und Gemüsen jeweils selber zusammenstellen. Laut Marketingleiter Christian Hunziker wird dadurch das Hacken "unmöglich".
Vietnam ist besser als Indien
Auch sonst setzt ELCA auf Alternativen. Seit 2000 besitzt das Unternehmen eine Offhoring-Tochtergesellschaft in Vietnam (Ho Chi Minh-Stadt), während andere Unternehmen für solche Zwecke eher Richtung China oder Indien gehen. Ein Grund dafür sei gewesen, weil in anderen Ländern Asiens die Gründung einer 100%-igen Tochtergesellschaft unmöglich gewesen sei. Indien werde zudem zunehmend teurer, was ja auch SAP-Chef Henning Kagermann unlängst festgestellt hat. Von Anfang 2005 bis heute sei die vietnamesische Niederlassung um zirka 20 Mitarbeitende auf über 70 gewachsen, teilte das Unternehmen weiter mit.
Wachsen in Zürich
Parallel mit dem Wachstum in Vietnam soll es im laufenden Jahr auch in der Schweiz wieder weiter aufwärts gehen. Es werde ein Wachstum um zirka 10 Prozent angestrebt, was sich auch auf den Personalbestand auswirken werde. Potential besteht laut CEO Gorostidi in der Deutschschweiz, insbesondere im Raum Zürich. ELCA beschäftigt momentan 370 Mitarbeitende. Auf die Frage, ob das Unternehmen auch plane, durch Übernahmen zu wachsen, antwortete Gorostidi, dass zwar nichts Konkretes in Aussicht sei, er aber diese Option nicht ausschliessen wolle: "On regarde... on discute." (Maurizio Minetti)

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