Elca lanciert "Swiss Sovereign Cloud"

2. November 2021, 13:24
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Elca glaubt daran, dass es unter Schweizer Organisationen eine Nachfrage nach Public-Cloud-Services von Schweizer Providern gibt.

Der IT-Dienstleister Elca hat die Lancierung eines neuen Services, der "Swiss Sovereign Cloud" bekannt gegeben. Wie es der Name schon sagt: Diese Cloud wird in der Schweiz von einem Schweizer Unternehmen betrieben. Auch technologisch verwendet Elca nicht eine der Plattformen der Hyperscaler, sondern die Open-Source Cloud-Plattform Openstack.
Der Unterschied zu Public Clouds, welche globale Player wie AWS, Microsoft, Google und Co. in Schweizer Rechenzentren betreiben, ist also, dass im Falle einer souveränen Cloud auch die Kontrolle bei einem einheimischen Unternehmen liegt.
Souveräne Clouds sind in letzter Zeit vermehrt zum Thema geworden. Der Provider Infomaniak hat vor rund einem Monat eine ganz ähnliche Plattform für die Schweiz lanciert, wie jetzt Elca.  Auch der Schwyzer Cloud-Provider Ventus verfolgt ein ähnliches Konzept
Dass es eine Nachfrage nach souveränen Cloud-Plattformen geben kann, haben auch die grossen globalen Player erkannt. Damit sie mitmischen können, müssen sie allerdings mit lokalen Partnern zusammenspannen, welche die Plattform betreiben und kontrollieren. Google beispielsweise macht dies in Deutschland mit T-Systems und in Frankreich mit Thales.
Laut Elca wird die Infrastruktur für seine Swiss Sovereign Cloud an mehreren Standorten in verschiedenen Regionen der Schweiz betrieben. Den Kunden verspricht der Anbieter eine hohe Computing-, Netzwerk- und Storage-Performance sowie Automatisierungsmöglichkeiten und die Integration von DevOps. Kunden, welche nicht alle Daten in der Schweiz lagern müssen, können den Service auch mit Public-Cloud-Services wie Azure, AWS und Google Cloud integrieren.

Keine bestimmte Branche im Visier

Eine bestimmte Branche habe Elca mit dem neuen Angebot nicht im Visier, erklärte uns Francesco Laratta, Communication Manager bei Elca, in einem kurzen Gespräch. Es gehe allgemein um Unternehmen und Organisationen, für die die souveräne Cloud einen Mehrwert darstellen würde. Elca glaube, dass es in der Schweiz durchaus eine Nachfrage nach souveränen Services gebe.



Hyperscaler können Jahr für Jahr Milliarden in den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer Cloud-Plattformen stecken. Wie kann ein Schweizer Unternehmen da mithalten? Darauf angesprochen erklärte Laratta, dass die Investitionen von Elca in den neuen Service durchaus bedeutend gewesen seien. Mit den Hyperscalern könne man natürlich nicht mithalten, aber man müsse in Betracht ziehen, dass es sich bei den von ihnen genannten Zahlen um globale Investitionen handle. Mit der Swiss Sovereign Cloud konzentriere sich Elca dagegen ausschliesslich auf den Schweizer Markt.

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