Elca will Markt für IT-Lösungen der Altersvorsorge aufmischen

6. Juli 2017, 15:34
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Elca hat mit drei waadtländischen AHV-Ausgleichskassen (AK) einen neuen IT-Pool gegründet.

Elca hat mit drei waadtländischen AHV-Ausgleichskassen (AK) einen neuen IT-Pool gegründet. Zusammen mit den Ausgleichskassen des Kantons Waadt und des Baumeisterverbandes des Kantons sowie der Ausgleichskasse Hotela investiere man 25 Millionen Franken in die Software iPension First, schreibt Elca in einer Mitteilung. Die ersten Programme sollen ab dem 1. Januar 2018 eingesetzt werden. Auf den Jahresstart 2019 ist die vollumfängliche Lancierung geplant. Der IT-Pool stehe auch weiteren Ausgleichskassen offen und sei kürzlich vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) anerkannt worden, so Elca.
Dieser letzte Satz der Mitteilung zeigt, wohin die Reise gehen soll: Elca will den lukrativen Software-Markt für Altersvorsorge aufmischen. Bereits vor einem Jahr hat der IT-Dienstleister und Software-Hersteller angekündigt, dass man die eigene Pensionskassenlösung iPension ausweiten wolle, um alle drei Säulen der Altersvorsorge abzudecken. Dies konkretisiert sich nun mit dem neusten Schritt im Bereich Ausgleichskassen.
Das Oligopol auf dem Markt für Ausgleichskassen-Software
Der AK-Markt wird in der Schweiz von drei grossen Anbietern beherrscht: Den grössten Teil des Kuchens beansprucht die Informatikgesellschaft für Sozialversicherungen (IGS) für sich, die selber versicherungsspezifische Applikationen entwickelt. In dieses IT-Kompetenzzentrum sind viele kantonale Ausgleichskassen involviert. Der zweitgrösste Player ist die IG Akis, eine Interessengemeinschaft von Ausgleichskassen. Die Genossenschaft setzt eine Software von Mathys & Scheitlin ein. Im Welschland schliesslich hat InfoRom, der Pool Informatique Romand, die Lufthoheit.
In diese oligopolische Marktstruktur möchte nun Elca vorstossen und zugleich die Silo-Lösungen für die einzelnen Säulen aufbrechen und in ihrer iPension Suite zusammenführen. Man greife auf 17 Jahre Entwicklung zurück und im Produkt seien sämtliche gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt, sagt Elca auf Anfrage. "Die jetzigen Lösungen entsprechen nicht den Bedürfnissen".
Hans Jörg Scheitlin, CEO von Mathys & Scheitlin, erklärt gegenüber inside-channels.ch, dass man die Entwicklung interessiert beobachte. Er schätze aber das Projekt bezüglich Budget und Terminplan als "sportlich" ein. Zur Erinnerung: Die 2012 durch IBM fertiggestellte AK-Lösung Vista verschlang 140 Millionen Franken statt der budgetierten 80 Millionen. In Auftrag gegeben hatte die Lösung Vista damals die IGS.
Die IG Akis wollte sich zur Angelegenheit nicht äussern. Die IGS war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. (ts)
(Update: 07.07.17: Artikel wurde mit Statement von Elca ergänzt)

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