Elefant Microsoft sprintet in den Virtualisierungs-Porzellanladen

27. Juni 2008, 09:10
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Microsoft macht ernst mit Hyper-V: Preisdruck auf VMware, Citrix und Co.

Microsoft macht ernst mit Hyper-V: Preisdruck auf VMware, Citrix und Co.
Microsoft hat heute, sechs Wochen früher als ursprünglich geplant, damit begonnen, die Endversion seiner zum Windows Server 2008 gehörigen Virtualisierungssoftware "Hyper-V" zu verkaufen. Kunden und Partner können sie direkt von Microsoft herunterladen. Kunden, die bereits eine Windows-Server-2008-Version mit einer Hyper-V-Beta im Einsatz haben, erhalten die Endversion als automatischen Update ab dem 8. Juli.
Mit Hyper-V, so urteilen viele Experten, hat Microsoft nun ein Virtualisierungstool auf Lager, das zur ernsthaften Konkurrenz für die Produkte etablierter Player auf dem Gebiet wie VMware, Citrix, Parallels oder Virtual Iron werden könnte.
28 Dollar pro Server
Vor allem könnte ein enormer Preisdruck auf die Konkurrenz entstehen. Zwar bietet zum Beispiel VMware fortgeschrittenere Funktionen in seiner entsprechenden Software, aber der Preisunterschied ist enorm. Ein vergleichbares Produkt von VMware koste einige tausend Dollar, abhängig von der Zahl der Prozessoren auf denen es läuft, erklärte die Yankee-Group-Analystin Laura DiDio gegenüber 'Reuters'. Microsoft verlangt dagegen nur 28 Dollar pro Server. Hyper-V ist allerdings nicht ohne den Windows Server erhältlich. Windows Server 2008 ist in Versionen mit oder ohne Hyper-V lizenzierbar. Versionen mit Hyper-V werden gemäss Microsoft typischerweise rund 28 Dollar mehr kosten als ohne. Damit haben Anwender, auch wenn sie eher zu einem Konkurrenzprodukt tendieren, bei Preisverhandlungen mit anderen Anbietern ein gutes Argument im Köcher.
Daneben argumentiert Microsoft vor allem mit der einfachen Implementierbarkeit der Technologie. Da sie auf der vertrauten Plattform von Windows Server beruhe, müssten sich Anwender wesentlich weniger neues Know-how aneignen, als bei anderen Virtualisierungsprodukten, und bestehende Server könnten mit geringem Aufwand virtualisiert werden. (Hans Jörg Maron)
(Foto: justin, Creative Commons)

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