Endgültiger Abschied von Windows 98 und ME

11. Juli 2006, 12:26
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Aber: Windows 98 und ME sind gar nicht so unsicher, wie man denkt.

Aber: Windows 98 und ME sind gar nicht so unsicher, wie man denkt.
Der Softwareriese Microsoft stellt ab heute, Dienstag, den Support für die mittlerweile in die Jahre gekommenen Betriebssysteme Windows 98, Windows 98 Second Edition und Windows Millennium Edition (ME) ein. Ab sofort wird es keine telefonische Hilfestellung für Kunden geben, die mit ihrem System Probleme haben. Zudem werden auch keine Security-Updates und Patches für das genannte Trio mehr angeboten. Analysten von IDC zufolge seien rund 70 Mio. Rechner von dem Schlussstrich unter Windows 98 betroffen.
Der Support sollte bereits Ende 2003 eingestellt werden, anhaltende Kundenbeschwerden veranlassten Microsoft jedoch, die Hilfe gegen Entgelt weiter laufen zu lassen. Diese Unterstützung fällt nun auch endgültig weg. "Die Produkte sind mittlerweile überholt", so Microsoft in einem Statement. Zudem würden die alten Systeme ihre Nutzer Sicherheitsrisken aussetzten. Der Konzern empfiehlt den Umstieg auf aktuellere Betriebssysteme.
Das Ende der Updates stellt die größte Sorge für Win98-Nutzer dar. Die Systeme könnten nach dem 11. Juli zum Ziel von Hackern werden. Sicherheitslücken blieben ohne Programmierer-Unterstützung offene Türen. Bedenken, die nicht von der Hand zu weisen sind, meint Mikko Hyponnen, Experte beim Sicherheits-Unternehmen F-Secure gegenüber BBC online. Aus diesem Grund würde F-Secure seinen Kunden auch weiterhin Win98-Sicherheits-Updates anbieten, so Hyponnen. Jedoch hätten gerade diese Systeme einen kuriosen Sicherheitsvorteil: "Tatsächlich sind die Anwender nicht so sehr gefährdet, wie man denken möchte. Denn der Großteil der aktuellen Malware läuft auf Windows 98 und ME schlicht und einfach nicht", so der Experte. Wer dennoch ohne Wechsel des OS auf Nummer sicher gehen will, der sollte mit dem Computer offline bleiben.
Windows 98 wurde unter dem Codenamen Memphis entwickelt und im Juni des namengebenden Jahres publiziert. Der Verkauf als Update zu Windows 95 lief von Anfang an gut, obwohl Windows 98 wesentlich größer und langsamer war als sein Vorgänger. Zu kämpfen hatten die Entwickler vor allem mit der Stabilität und der Kompatibilität, was Kritiker bei einer Vorführung der Final-Version des Betriebssystems auf der CES 1998 von Bill Gates vorahnen konnten. Das System fabrizierte just bei der Präsentation den gefürchteten Blue Screen.
Sieg im Browserkrieg - Ärger mit den Kartellbehörden
Mit dem integrierten Internet Explorer begann Microsofts Browser-Siegeszug, jedoch auch der internationale Ärger mit der marktbeherrschenden Position des Riesenkonzerns, der aktuell im Kartellverfahren der EU gipfelt. Hatte Bill Gates die Bedeutung des Internets bei Windows 95 noch unterschätzt, so wurde der eilig entwickelte Microsoft-Browser im Paket mit dem OS mitverkauft und landete damals somit auf 95 Prozent aller neu verkauften Rechner. Der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreiche Netscape-Browser hatte der integrierten Übermacht nichts entgegen zu setzen. Die Marktanteile drehten sich in den folgenden Jahren komplett um. Besaß Netscape 1995 noch 95 Prozent der Anteile am Markt und Microsoft gerade einmal drei, so stand dieses Verhältnis 2003 auf dem Kopf.
Die Support-Homepage von Windows 98 ist weiterhin online)

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