Endlich: MIT lanciert das iPhone-Velo

17. Dezember 2009 um 17:16
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US-Ingenieure lancieren in Kopenhagen das "eierlegende Wollmilch-Velorad".

US-Ingenieure lancieren in Kopenhagen das "eierlegende Wollmilch-Velorad".
Ingenieure der technischen Hochschule MIT stellten vorgestern in Kopenhagen, natürlich anlässlich der Klimakonferenz, das "Copenhagen Wheel" vor. Das neuartige Velorad enthält in der riesigen roten Nabe (Foto oben) einen Elektromotor, Batterien, ein System zur Gewinnung von Bremsenergie, eine Dreigang-Schaltung sowie eine Reihe von Sensoren und eine GPRS- und eine Bluetooth-Funkeinheit.
Besonders raffiniert ist, dass die oben erwähnten Bestandteile alle in das Velo-Hinterrad gepackt sind, man also nicht gleich ein teures neues Fahrrad kaufen muss, wenn man seine Treterei von einem Elektromotor unterstützen lassen will. Ebenfalls gelöst ist das Problem, dass die Batterien für Velo-Elektroantriebe oft sehr klobig und hässlich daherkommen.
Das "Copenhagen Wheel" kann aber wesentlich mehr, als nur den Hilfsmotor spielen. Die im Rad eingebauten Sensoren messen nämlich Tretleistung, Kalorienverbrauch und ähnliche Daten und erfassen zudem Umweltdaten. So werden die Luftanteile des Kohlenmonoxids und der Stickstoffoxide, Umgebungslärm, Temperatur sowie die relative Feuchtigkeit gemessen. Diese Daten können dann an ein iPhone, auf dem die "Copenhagen Wheel App" läuft oder an eine Internet-Adressse übermittelt werden.
Hat man das iPhone auf einer Halterung auf dem Lenker befestigt, so kann man die Applikation zum Schalten, zur Steuerung der Kraftzufuhr durch den Elektromotor oder auch zum Abschliessen des Fahrrads benützen.
Auch als öffentliche Umweltsensoren nützlich
Falls die Stadt, in der man sich befindet, über die entsprechende Einrichtung verfügt, kann man die Umweltdaten anonym übermitteln, so dass die lokalen Umweltbehörden zu äusserst feingranularen Daten über die aktuelle Schadstoffbelastungen kommen.
Das mit Elektronik vollgepackte Velo-Hinterrad soll gemäss MIT nächstes Jahr in die Serienproduktion gehen und preislich mit einem Standard-Elektrobike mithalten können, also doch recht teuer werden. Es wurde am SENSEable City Lab des MIT mit Unterstützung des italienischen Umweltministeriums sowie der Firma Ducati Energia entwickelt. (Christoph Hugenschmidt)
Selbstverständlich gibt es einen Film auf Youtube, in dem man das "Copenhagen Wheel" bewundern kann.
(Fotos: (c) by SENSEable City Lab)

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