Energiesparen im RZ: Was bringt wie viel

2. Mai 2008, 15:42
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Alle Arten von IT-Anbietern schlagen heute den armen IT- und insbesondere Rechenzentrumsverantwortlichen das Wort "grün" um die Ohren und argumentieren damit, dass man mit ihrer Technologie Strom sparen könne.

Alle Arten von IT-Anbietern schlagen heute den armen IT- und insbesondere Rechenzentrumsverantwortlichen das Wort "grün" um die Ohren und argumentieren damit, dass man mit ihrer Technologie Strom sparen könne. Aber was bringt wie viel, beziehungsweise in welcher "Ecke" des RZs sollte man anfangen?
Das Beratungsunternehmen McKinsey hat eine Studie zur Effizienzsteigerung in Rechenzentren verfasst und beschreibt darin, neben interessanten Vorschlägen zum Vorgehen, auch die wichtigsten Einsparungsmöglichkeiten.
McKinsey bemisst diese mit dem "Corporate Average Data Efficiency"-Wert. (CADE) Demgemäss hat die Virtualisierungstechnologie allein das Potential, den CADE-Wert um 25 bis 30 Prozent zu steigern. Der Nutzen einer zweiten, wesentlich einfacheren Massnahme beruht auf dem gleichen Grundproblem, der mangelnden Auslastung vieler Server: Schon nur die Abschaltung von "toten", also nicht oder kaum genutzten Servern, würde CADE-Verbesserungen von 10 bis 25 Prozent bringen.
Die Installation von aktueller Hardware hat gemäß McKinsey ein Effizienzsteigerungspotential von etwa 20 Prozent und die Einführung verbesserter Kühltechnologien könnte etwa 15 Prozent bringen.
Die Stromrechnung an den CIO, bitte
Den Effekt einer weiteren, sehr wichtigen "Technologie", zu deren Einführung McKinsey rät, wagen dann aber nicht einmal die Experten beziffern: Die finanzielle Kosten für die Rechenzentren, inklusive Strom, Miete und andere Rechnungen, die bisher von anderen Abteilungen bezahlt werden, sollten künftig komplett ins IT-Budget integriert werden. Denn wer die Rechnung bezahlt, achtet auch eher darauf…
McKinsey verschweigt allerdings auch nicht, dass der Energieverbrauch der RZs auch beim Einsatz aller Einsparungsmöglichkeiten steigen wird. Trotzdem könnte die Haltung "Warum etwas tun, wir brauchen ja sowieso mehr Strom" fatal sein: Wird nichts unternommen, könnten sich die von den Rechenzentren weltweit verursachten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 in etwa vervierfachen.
Eine Power-Point-Präsentation der Studie findet man hier. (hjm)

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