Engelbart, die Maus und die "Mutter aller IT-Präsentationen"

4. Juli 2013, 09:45
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    Ein Riese der frühen PC-Entwicklung ist gestorben.

    Ein Riese der frühen PC-Entwicklung ist gestorben.
    In der Nacht auf gestern ist Douglas Engelbart in seinem Haus in Atherton, Kalifornien, im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie sein Sohn mitteilte, starb er friedlich im Schlaf, nachdem sich sein Gesundheitszustand in den letzten Tagen schnell verschlechtert hatte.
    Doug Engelbart gilt als einer der kreativsten und produktivsten Köpfe, die sich in den 60er und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Entwicklung der Computertechnologien befassten, und wird deshalb oft als "Riese des Silicon Valley" bezeichnet. Meist wird sein Name hauptsächlich mit der Computermaus verbunden, weil diese seine buchstäblich "fassbarste" Erfindung war. Zu den Beiträgen von Engelbart und seinem Forscherteam an der Stanford-Universität zur PC-Entwicklung gehört aber sehr - sehr - viel mehr.
    Ab 1962 leitete Engelbart das "Augmentation Research Center" der Stanford Universität. Am 9. Dezember demonstrierte in der heute legendären "Mutter aller Präsentationen" während 90 Minuten rund 1000 Computerexperten einige der Dinge, die ihm und seinem Team in den letzten Jahren davor so eingefallen waren. Die Live-Demo war die erste öffentliche Präsentation der Computermaus. Trotzdem spielte diese eigentlich eine Nebenrolle. Zu den weiteren Innovationen, die Engelbart vorstellte, gehören beispielsweise Hypertext, die dynamische Verlinkung von Files, Textbearbeitung in Realzeit, unter anderem durch Markieren, Kopieren und Einfügen oder das Verschieben von Text, die Zusammenarbeit zweier Personen auf einem geteilten Bildschirm und die Kommunikation mehrerer Personen über ein Netzwerk mit Bild- und Ton-Übertragung - also eine Video-Konferenz.
    Engelbarts Hauptziel war es, Möglichkeiten zu finden, um die Intelligenz des Menschen durch Computermittel zu unterstützen. Die Arbeit von Engelbarts Team drehte sich dabei letzlich immer darum, Computer und Applikationen wie die Textverarbeitung einfacher und schneller bedienbar zu machen. Dies trug letztendlich entscheidend dazu bei, dass in den 70er Jahren die ersten "Personal Computer" - einfach bedienbare Computer für die Massen - entwickelt werden konnten.
    Engelbarts faszinierende "Mutter aller Präsentationen" kann man sich auch heute noch anschauen. Auf dieser Website der Stanford-Universität findet man sie in voller Länge. Gegenwärtig ist der Zugriff auf die Clips allerdings oft schwierig. Wahrscheinlich ist der Ansturm auf die Seite aufgrund der Nachricht vom Tod von Douglas Engelbart sehr gross. (hjm)

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