EPFL macht den Torso zum Joystick für Drohnensteuerung

17. Juli 2018, 09:15
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Statt mit dem Joystick steuern Forschende der ETH Lausanne Drohnen nun mit ihrem Oberkörper.

Statt mit dem Joystick steuern Forschende der ETH Lausanne Drohnen nun mit ihrem Oberkörper. Der Anwendungsbereich sei riesig, von Flugsimulatoren bis hin zu Flugdrohnen und vielleicht sogar Flugzeugen der Zukunft, schreibt die Hochschule in einer Mitteilung.
"Unser Ziel war es, eine Steuerung zu entwickeln, die leicht zu erlernen ist und die von Benutzern weniger Konzentration fordert", erklärt Jenifer Miehlbradt, Doktorandin am Translational Neural Engineering Laboratory (TNE) der EPFL.
Präziser als herkömmliche Steuerung
Die Oberkörper-Steuerung war der herkömmlichen Kontrolle über einen Joystick bezüglich Präzision überlegen. Piloten benötigten für die innovative Steuerung nur minimales Training, wie die ETH schreibt. Zudem könne man Kopf, Hände und Füsse für weitere Aktionen benutzen, wenn sie nicht zum Steuern benötigt werden.
Die Forschungsgruppe entwickelte die Steuerung, indem sie die Körperbewegungen von Personen studierte, die mithilfe einer Virtual-Reality-Brille den Bewegungen einer virtuellen Drohne folgten. Dafür platzierten die Wissenschaftler 19 Marker auf dem Oberkörper der Versuchspersonen.
Daraus konnten sie Bewegungsmuster ableiten. Es zeigte sich, dass vier Marker am Oberkörper der Piloten ausreichten, um eine virtuelle oder auch eine echte Drohne durch einen Hindernisparcours zu steuern.
Das Gefühl eines Vogels
"Seinen Oberkörper zu benutzen, gibt einem das Gefühl, wirklich zu fliegen", erklärt Miehlbradt. Demgegenüber seien Joysticks zwar einfacher im Design, dafür seien sie in der Handhabung viel herausfordernder. "Mithilfe von Datenanalyse ist eine ganz intuitive Steuerung entstanden", wird Silvestro Micera, Chef des TNE, in der Mitteilung zitiert.
Eingeschränkt wird der momentane Gebrauch der Oberkörper-Steuerung noch dadurch, dass neben der Steuerungsjacke externe Bewegungssensoren nötig sind, damit das System funktioniert. An der ETH Lausanne wurde darum bereits eine Steuerungsjacke entwickelt, die ohne externe Sensoren funktioniert, wie die Forschenden jüngst im Fachjournal "IEEE Robotics and Automation Letters" berichteten. (sda/ts)

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