EPFL und HEP Vaud wollen mehr IT-Lehr­kräfte ausbilden

29. November 2021, 11:00
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Ein neuer Master der beiden Westschweizer Hochschulen bietet eine Spezialisierung in Informatik für das Lehramt. Noch fehlen nämlich IT-Lehrpersonen an den Gymis.

Ab 2022 ist das Fach Informatik an den Schweizer Gymnasien ein Pflichtfach. Zahlreiche kantonale Bildungsdirektionen haben das Fach bereits eingeführt. Allerdings gibt es zu wenig Lehrpersonen, die über die entsprechende Aus- oder Weiterbildung verfügen. Rund 300 neue Lehrerstellen müssten zur landesweiten Einführung des Obligatoriums geschaffen und besetzt werden, hiess es diesen Frühling.
Um die Ausbildung in diesem Bereich zu beschleunigen, haben die ETH Lausanne (EPFL) und die Pädagogische Hochschule des Kantons Waadt (HEP Vaud) gemeinsam ein neues Masterstudium entwickelt. Wenn sie es absolviert haben, erhalten die Studierenden einen Master in Computer Science sowie ein Lehrdiplom in Informatik für die Sekundarstufe II.

Grundlagen der Informatik, aber auch geisteswissenschaftliche Themen

"Bei diesem neuen Studiengang geht es um das Gleichgewicht von Fächern und Kursen, um sicherzustellen, dass die Studierenden einerseits genügend Credits aus der Informatik und andererseits aus dem pädagogischen Bereich erwerben können", sagt Olivier Lévêque von der EPFL, der die Entwicklung des neuen Masterstudiengangs leitete.
Bislang seien Informatik-Studierende wahrscheinlich nicht in erster Linie daran interessiert gewesen, Lehrperson zu werden, ergänzt Lévêque. Er hoffe aber, dass der neue Lehrplan für die Gymnasien, der sich weniger auf Office-Anwendungen und mehr auf die Vermittlung der Grundlagen der Informatik konzentriert, das Fach und damit die neue Master-Ausbildung attraktiver mache.
Die Ausbildung richte sich an Leute, die sich für die technischen Aspekte der Informatik interessieren, aber auch Spass an geisteswissenschaftlichen Themen wie Lernprozessen und Psychologie haben, heisst es in der Mitteilung. Zudem sollen im Studiengang auch die sozialen, ökologischen oder ethischen Auswirkungen der Digitalisierung behandelt werden. "Ich denke, dass dies für die kommenden Generationen sehr wichtig ist und die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer sehr umfangreich und vielfältig sind", so Lévêque.  

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