Erfindet Netscape den Journalismus neu?

16. Juni 2006, 13:15
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    Leser und Moderatoren entscheiden über Inhalte.

    Leser und Moderatoren entscheiden über Inhalte.
    Netscape, das Internet-Portal des US ISP-Riesen AOL, startet einen interessanten Versuch. Die Betaversion von Netscape ist eine Nachrichten-Sammlung, der Inhalte von Leserinnen und Lesern mitbestimmt wird. Man kann einen Link zu einer Story vorschlagen. Andere Leser können dann abstimmen. Je mehr Stimmen eine Geschichte bekommt, desto prominenter erscheint sie auf der Seite. Man kann Story-Zusammenfassungen auch kommentieren.
    Betreut wird die Sache von acht Vollzeit-Moderatoren, die gewisse Sachen auch nachrecherchieren oder ergänzen. Weiter gibt es noch 15 Teilzeit-Spezialisten, die Stories zu gewissen Themen selbst weiter verfolgen. Weiter gibt es Themensammlungen ("Autos", "Celebrities", "Politics" etc.), deren Inhalte man auch als RSS-Feed abonnieren kann.
    Auffallend ist, dass die Inhalte auf AOLs neuer Nachrichtenplattform extrem einförmig sind. Als Quellen werden oft die grossen, bekannten Medien wie die 'New York Times', CNN, BBC & Co. benützt - Mainstream halt. Es stellt sich die Frage, ob der systematische Einbezug von Lesern bei der Themenauswahl wirklich zu einer Demokratisierung der Medien führt, oder die Konzentration der Medienwelt eher noch gefördert wird. Ein erster Augenschein scheint eine im Internet zu beobachtende Tendenz zu bestätigen. Es gibt zwar eine ungeheuere Vielfalt, doch wird diese durch die Dominanz von ein paar wenigen Themen und Medien überdeckt. So spuckt "Google News" auf eine Anfrage hin oft zwar Dutzende von verschiedenen Links zu Artikeln aus, der Inhalt dieser ist dann aber manchmal bis auf den letzten Buchstaben der gleiche. (Christoph Hugenschmidt)

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