Erfolg der Tablet-PCs setzt Microsoft unter Druck

6. Januar 2011, 15:54
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Die nächste Windows-Generation soll auch auf Geräten mit den stromsparenden CPUs von ARM (und anderen Herstellern) arbeiten. Bestehende Programme werden auf diesem Windows aber nicht mehr funktionieren.

Die nächste Windows-Generation soll auch auf Geräten mit den stromsparenden CPUs von ARM (und anderen Herstellern) arbeiten. Bestehende Programme werden auf diesem Windows aber nicht mehr funktionieren.
Der weltweite und gigantische Erfolg von Apples iPad, einem Tablet-PC, der mittels Touchscreen bedient wird, setzt Microsoft gewaltig unter Druck. Apple hat letztes Jahr bis zu 14 Millionen iPads verkauft, glaubt zumindest die US-Zeitung 'The Wall Street Journal'. Zwar spricht Microsoft-Mitgründer Bill Gates seit Jahren von Tablet-PCs, doch läuft der bisher einzige iPad-Konkurrent, Samsungs Galaxy Tab, nicht mit Windows, sondern mit Googles Open-Source-Betriebssystem Android. Die "Slate"-PCs, die Steve Ballmer genau vor einem Jahr an der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigte, kamen entweder nicht auf den Markt oder waren kein Erfolg. Und dass HP Palm übernommen hat und Geräte mit dessen Betriebssystem WebOS bringen wird, ist ebenfalls eine schwere Niederlage für Microsoft.
Dass Windows so genannte x86-Chips von Intel oder AMD, die relativ viel Strom verbrauchen, voraussetzt, dürfte mit ein Grund für die ungewohnt miese Position von Microsoft im Tablet-Markt sein. Denn Tablet-PCs braucht man vor allem zum Medienkonsum auch von unterwegs, die Geräte sollten es also lange ohne Anschluss ans Stromnetz aushalten. So verbaut Apple, anders als in den Notebooks, Server und PCs, keinen Prozessor von Intel sondern einen ARM-Prozessor. Diese Prozessoren haben ein ganzes System auf einem Chip (Grafik, Sound, Netzwerk) integriert.
Windows mit ARM-Prozessoren
Nun stellte Microsoft-Manager Steven Sinofsky kurz vor der Keynote von Microsoft-Boss Steve Ballmer an der diesjährigen CES Geräte mit Windows vor, die von ARM-Prozessoren angetrieben werden. Das Problem wird allerdings sein, dass auf diesem künftigen Windows für Tablet-PCs Programme, die auf Windows XP, Vista oder 7 laufen, nicht mehr funktionieren werden.
Wann das neue Windows und damit auch neuartige, iPad-ähnliche Windows-Tablet-PCs erhältlich sein soll, sagte Sinofsky nicht. Microsoft will aber nicht nur künftig ARM-Prozessoren unterstützen, sondern auch künftige, stromsparende "System-on-a-Chip" von Intel und AMD.
Mit der faktischen Nicht-Existenz im Tablet-Markt hat Microsoft einmal mehr einen wichtigen Trend verschlafen. Ob es den Redmondern wie schon so oft gelingen wird, die verlorenen Marktanteile später wieder zurückzugewinnen, ist fraglich. Denn weil die gewohnten und bereits bezahlten Windows-Programme (z.B. Spiele) auf den künftigen Windows-Tablet-PCs nicht funktionieren, wird ein gewichtiges Argument für Windows als Betriebssystem für Tablet-PCs wegfallen. (Christoph Hugenschmidt)

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