Erfreulich: Mehr Anmeldungen für Informatikgrundbildung

22. August 2008, 10:16
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Ausserdem: Im Sommer 2008 haben rund frischgebackene 1700 Informatiker/-innen ihre Ausbildung abgeschlossen - und sie sind gut, findet Alfred Breu. Die besten werden am Tag der Informatik geehrt.

Ausserdem: Im Sommer 2008 haben rund frischgebackene 1700 Informatiker/-innen ihre Ausbildung abgeschlossen - und sie sind gut, findet Alfred Breu. Die besten werden am Tag der Informatik geehrt.
Die Schweiz hat 1700 neu gebackene Informatikerinnen und Informatiker, die im Sommer dieses Jahres ihre Ausbildung in der Lehre, Informatikmittelschule, einer Privatschule oder in einem Quereinsteigerlehrgang abgeschlossen haben.
Im August beginnt auch jeweils das neue Lehrjahr. Erfreulich ist, dass dieses Jahr ein sachter Aufwärtstrend stattfindet. In diesen Tagen haben 1700 Lehrlinge, 150 Informatikmittelschüler/-innen, 150 Privatschüler/-innen und rund 100 Erwachsene im Umsteigerlehrgang die Informatikgrundbildung begonnen. Womit erstmals die 2’000-er Grenze überschritten wird. Das ist nötig, werden doch jährlich rund 6'000 Informatiker-/-innen pensioniert.
Knapp 60% der Informatiker insgesamt sind heute über 40, also in der zweiten Karrierehälfte. Sie werden innert 20 Jahren auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen! Es ist also dringend, mehr Lehrstellen zu schaffen, um die zentralen Teile der Wertschöpfung in der Informatik auch künftig in der Schweiz zu behalten. Die Informatiklehre gibt es seit 1994, bis heute haben 12'400 diese Ausbildung mit eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. Dieser Bildungsweg ist heute ganz klar zur Norm für den Einstieg in die Informatik-Profiwelt geworden.
Hohes Niveau
Erfreulich ist auch dass die Absolventen und Absolventinnen dieses Jahres ein sehr gutes Niveau bewiesen haben, wie ihre Abschlussarbeiten belegen. Es ist auch in der Informatik üblich, dass die Lernenden gegen Schluss ihrer Ausbildung eine in der Regel 10 bis 20-tägige Praxisarbeit bewältigen, ein "Gesellenstück", an welchem sie nachweisen, dass sie nun Fachpersonen sind. Diese Arbeiten sind im Idealfall Kundenprojekte oder interne Arbeiten aus dem Umfeld der Tätigkeiten im 4. Lehrjahr oder im Praktikum.
Zum zweiten Mal wurden die schweizweit besten Arbeiten ermittelt und durch ein Team aus kantonalen Chefexperten und Experten beurteilt und klassiert. Die besten 20 Arbeiten werden am Tag der Informatik, am 29. August 2008, im Technopark am Stand der Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik ausgestellt. Um 16 Uhr werden auf der Bühne im Hauptzelt die 2008 besten Informatiker/-innen des Jahres 2008 geehrt.
Ein Blick auf die Arbeiten zeigt, dass hier hervorragende Leistungen professionell erbracht werden. Bei den Applikationsentwickler/-innen sind das zum Beispiel Webapplikationen wie etwa der Ausbau von bestehenden Applikationen mit Shop und unterschiedlichsten Prozessabläufen, oder Applikationen für Verwaltungs- und Betreuungsaufgaben. Die Systemtechniker/-innen richten zum Beispiel grössere Testumgebungen ein, automatisieren den Rechenzentrumsbetrieb oder virtualisieren Serverdienste.
Die Supporter haben zum Teil ein etwas anderes Prüfungssystem: Sie erhalten einen auf 8 Stunden bemessenen Auftrag, den sie innerhalb eines Tages unter ständiger Beobachtung von Experten auszuführen haben. Da gehören Reparaturen, Assemblierung von Systemen, Netzwerk-Einbauten usw. Die Auszeichnung der besten Praxisarbeiten ist eine Massnahme der Talentförderung. Eine weitere bilden die Berufsmeisterschaften. Im Oktober wird die Schweizermeisterschaft der Informatikberufe durchgeführt, die auch der Nomination der Teilnehmer/-in an der Berufsweltmeisterschaft 2009 in Calgary dient. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Auszeichnung beizuwohnen: 29.8., 16-17 h im Technopark/Bühne Hauptzelt. (Alfred Breu (Foto), Präsident der Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik)

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