Ergon: Das letzte Jahr war gut. Aber was ist jetzt?

31. März 2020, 14:46
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Die Chefin des Softwarehauses erklärt, wie es um Ergon aktuell steht. Und man hat das erste "digitale Freitagsbier" gefeiert.

Der grosse Zürcher Softwareentwickler Ergon Informatik hat gerade einige seiner Geschäftszahlen für das Jahr 2019 bekannt gegeben. Es lief gut für Ergon, kann man zusammenfassen. Aber ehrlich gesagt, wen interessieren gegenwärtig Zahlen aus dem vergangenen Jahr, als noch niemand etwas von der grossen Coronakrise ahnte, in der wir nun stecken.
Wir haben deshalb bei Ergon nachgefragt, wie sich die aktuelle Situation auf das Unternehmen auswirkt. Wie uns die Chefin Gabriela Keller mitteilte, sind die Folgen für Ergon bisher nicht gravierend: "Gewisse Kunden sind von der aktuellen Lage stark betroffen, dies spüren wir natürlich in manchen Projekten. Die meisten sind aber langfristige Vorhaben, die wie geplant weitergeführt werden. Und es gibt auch Beispiele, wo wir Kunden in der aktuellen Zeit besonders unterstützen können, um die sichere und schnelle Umstellung auf Home Office zu gewährleisten."
Seit einiger Zeit, genauer gesagt seit dem 16. März, arbeiten natürlich auch die Ergon-Leute zu Hause. Der Zugang zu allen Systemen sei aber sichergestellt, sagt Keller, und nun definiere man gemeinsam mit unseren Kunden, wie die Zusammenarbeit am besten weiter organisiert werden kann.
Auch einen Weg, die "Einsamkeit der Heimarbeiter" zumindest etwas aufzubrechen, hat man bei Ergon gefunden: "Letzten Freitag haben wir unser erstes gemeinsames digitales Freitagsbier gefeiert."
Einen Antrag auf Kurzarbeit hat Ergon, im Gegensatz zu manch anderen Schweizer Software-Häusern, nicht gestellt, so Keller.  Auch ein Überbrückungskredit sei nicht notwendig.
Entlassungen seien absolut kein Thema für Ergon, so Keller weiter, es gebe sogar Neueinstellungen. Man habe aber das Rekrutierungs-Engagement der Situation angepasst und Einstellungen in gewissen Fällen vertagt.
Am Plan, im Sommer dieses Jahres einen dritten Standort in Zürich zu eröffnen, hält Ergon weiterhin fest. Aber natürlich macht es wenig Sinn, diesen zu eröffnen, bevor jemand dort wirklich arbeiten kann. Man führe den Umbau im Gebäude-Inneren gegenwärtig mit den erforderlichen Massnahmen gemäss Bundesbestimmungen wie geplant weiter, sagt Keller zu diesem Thema. Die Eröffnung werde "nach Möglichkeit zeitnah nach unserer Rückkehr in die Bürogebäude stattfinden."

Die Zahlen des letzten Geschäftsjahres

Kommen wir zum Schluss doch noch zu den Zahlen und einige Ereignissen des letzten Jahres. Ergon erzielte einen Umsatz von 53,1 Millionen Franken, rund 4 Prozent mehr als 2018. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg um 26 auf 308 per Ende Jahr.
Laut Ergon konnte die Kundenbasis 2019 um 45 Neukunden erweitert werden. 18 Prozent des Umsatzes stammten aus neuen Geschäften.
Als Highlights des Jahres nennt Ergon das Open Banking Project, das der Softwareentwickler zusammen mit weiteren Firmen angestossen hat, sowie die Lancierung von Airlock Secure Access Hub.

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