Erholung: Schweizer PC-Markt stark gewachsen

3. Februar 2005, 10:52
  • channel
image

Aber massiver Preiszerfall

Aber massiver Preiszerfall
Soll einer sagen, es gebe keine Konstanten im IT-Geschäft. Mindestens eine Konstante gibt es: Robert Weiss. Der Marktforscher präsentierte heute morgen zum 16. Mal (!) seine Erkenntnisse über den helvetischen PC- und IT-Markt. Fazit: Der Schweizer PC-Markt ist 2004 überraschend stark gewachsen. Insgesamt wurden 1'307'000 PCs und Notebooks abgesetzt - ein Stückzahlenwachstum von fast schon sensationellen 17 %. Unterdessen rund 40 % aller in der Schweiz verkauften PCs sind mobile Geräte.
In der Schweiz sind damit gemäss der Weiss'schen Schätzung 6,1 Millionen PCs und Notebooks in Betrieb, wovon weit über drei Millionen im Geschäftsbereich. Auf 1000 Angestellte kommen so 1180 PCs.
Selbstverständlich konnten die Umsätze mit dem Stückzahlenwachstum bei weitem nicht mithalten. Weiss schätzt den Schweizer Markt für PCs, Notebooks und Peripherie-Geräte wie Bildschirme, Drucker und PDAs auf 5,2 Milliarden Franken. Immerhin ist der Markt letztes Jahr damit nicht wie 2002 und 2003 geschrumpft, sondern konnte um zwei Prozent zulegen.
HP in der Defensive
Hewlett-Packard bleibt in der Schweiz in der Rangliste der PC-Hersteller auf dem 1. Platz. Die lange Jahre unangefochtene Nummer 1 wird (aber) zunehmend von Dell und Acer bedrängt. Hier die Rangliste der PC- und Notebook-Hersteller in der Schweiz. (In Klammer: Absatzveränderungen in Stückzahlen)

  1. Hewlett-Packard (9,7 %)
  2. Sony (20,6%)

Marktanteile gewonnen haben jene Hersteller, deren Wachstumsrate über dem Durchschnitt von 17 Prozent liegt. Zusammen verkaufen die Top-10 Hersteller in der Schweiz knapp 80 % aller PCs und Notebooks.
Brutale Preiskämpfe bei Laserprintern
Die PC-Preise sind letztes Jahr im Business-Segment gemäss Weiss um 12,7 % gefallen, im Home-Segment "nur" um 8,2%. Der durchschnittliche Preiszerfall bei Notebooks lag letztes Jahr gemäss Weiss bei 8,8 %. Dabei blieben die Durchschnittspreise für Heim-Geräte fast stabil, während diejenigen der Notebooks für Geschäftsanwender um mehr als 12 % sanken.
Wesentlich rasanter war der Preiszerfall bei Flachbildschirmen und bei Laserdruckern. Ein durchschnittlicher Flachbildschirm kostete letztes Jahr noch 620 Franken (minus 17 %). Die Preise für Farblaser-Drucker haben sich letztes Jahr, wohl angetrieben durch den aggressiven Markteintritt von Samsung, glatt halbiert. Die Top-3 der Druckerhersteller (nach Stückzahlen, alle Typen):

  1. Hewlett-Packard (Marktanteil: 56%)
  2. Lexmark

Ersatzzyklus im Gange
Das überraschend starke Wachstum des Schweizer PC-Marktes lässt sich zweifach erklären. Im Heimsegnet dürfte die technologische Entwicklung (Breitband-Internet, Multimedia-Anwendungen) den Markt antreiben. Im Business-Bereich hingegen ist offensichtlich erstmals seit 1999 ein klassischer Ersatzzyklus in Gange. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Vertragsauflösung in UK: Bei Atos könnten viele Stellen wegfallen

Ein auf potenziell 18 Jahre angelegter Vertrag zwischen der britischen Pensionskasse und dem IT-Dienstleister wurde nach 2 Jahren aufgelöst. Medien gehen von 1000 Stellen aus, die gefährdet sind.

publiziert am 3.2.2023
image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023
image

Rapid7 prüft offenbar einen Verkauf

Der Security-Anbieter erwägt laut Medienberichten Optionen für einen Verkauf. Dabei soll auch eine Übernahme durch Private-Equity-Investoren infrage kommen.

publiziert am 2.2.2023
image

Gartner: Nachfrageschwäche für PCs hält an

Sowohl Unternehmen als auch Consumer werden dieses Jahr weiterhin Ausgaben scheuen und ihre alten Geräte länger benutzen, anstatt neue zu kaufen, sagt der Marktforscher.

publiziert am 1.2.2023