ERI jagt Avaloq die Bank Hottinger & Cie ab

17. Januar 2008, 17:13
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Die Privatbank wechselt nach sechs Jahren Avaloq auf "Olympic".

Die Privatbank wechselt nach sechs Jahren Avaloq auf "Olympic".
ERI Bancaire, bisher der Stillste unter den grossen Schweizer Bankensoftwareherstellern, hat sich heute dazu durchgerungen, einen Kundengewinn zu melden: Die Privatbank Hottinger & Cie habe sich nach einem Entschluss, ihre Betriebsabläufe zu optimieren und einer gründlichen Evaluation dazu entschieden, in der Schweiz das "OLYMPIC Banking System" als Kernbankensystem einzusetzen. Gleichzeitig wird die Privatbank das ebenfalls aus dem Genfer Softwarehaus stammende "Front Office Portfolio & Asset Management Modul" (PAM) einsetzen.
Was ERI selbst nicht an die grosse Glocke hängen will, aber den Genfern trotzem viel stille Genugtuung verschaffen dürfte: ERI kann damit dem erfolgsgewohnten Zürcher Bankensoftwarehersteller Avaloq einen Kunden abjagen. Wie uns Sales Manager Marcel Schlagenhauf von ERI auf Anfrage erklärte, wird Olympic Avaloq vollständig ablösen. Der Produktivstart des neuen Systems ist gemäss Schlagenhauf "in Richtung Oktober 08" geplant.
Hottinger & Cie hatte das Avaloq Banking System nach einer neunmonmatigen Implementationszeit ab Oktober 2001 im Produktivbetrieb eingesetzt. Dass eine Bank nach nur sechs Jahren auf ein neues Kernbankensystem eines anderen Anbieters umsteigt, darf durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden. Über die Gründe, die zu diesem Entschluss führten, will Hottinger & Cie allerdings keine Auskunft geben.
Auch Avaloq will sich zu den Gründen nicht äussern. Chief Marketing Officer Peter Schöpfer kommentierte aber, dass man den Entschluss von Hottinger & Cie bei Avaloq natürlich als "mehr als bedauerlich" empfinde. Dass nun zum ersten Mal überhaupt ein Kunde von Avaloq "freiwillig" zu einem anderen System wechsle, "tut schon enorm weh", so Schöpfer offen. (Avaloq hatte die Bank Clariden verloren, weil diese von Credit Suisse gekauft wurde, und bei der Bank Julius Bär wurde eine geplante Einführung wegen der Übernahme von drei anderen grösseren Banken abgebrochen.)
ERI Bancaire hat gegenwärtig rund 280 Kunden in 35 Ländern und beschäftigt rund 530 Mitarbeitende. (Hans Jörg Maron)

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