Erneuerungs­arbeiten führten zur Swisscom-Panne

27. Mai 2020, 09:49
  • telco
  • swisscom
  • netzwerk
  • schweiz
  • channel
image

Swisscom erklärt die Ursache der letzten Störung. Derweil wächst der politische Druck auf den Blauen Riesen.

Der Grund für den dreistündigen Ausfall bei Swisscom am Dienstag, 26. Mai, waren Erneuerungsarbeiten an einem Mobilfunksystem. Kunden seien auf neue Systeme migriert worden. Dabei habe "ein unerwartetes Software-Verhalten von Netzwerkgeräten" zu einer Überlast bei der Mobiltelefonie geführt, teilt Swisscom mit.
Am Dienstag war ab etwa 11.50 Uhr das Telefonieren über das Mobil- und Festnetz beeinträchtigt. Gestört war das Mobilnetz für Geschäfts- und Privatkunden. "Ebenfalls sind Anrufe auf Business Nummern (08xx) teilweise nicht möglich", hiess es via Twitter. Die Störung dauerte bis 14.55 Uhr.

NR-Kommission lässt Swisscom-Spitze antraben

Nach der vierten Panne in fünf Monaten gerät Swisscom unter politischen Druck. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) untersucht die Pannenserie. Und die zuständige Nationalratskommission zitiert die Swisscom-Spitze zu sich.
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Nationalrates habe am Dienstag, 26.5., entschieden, dass sie in der nächsten Sitzung Ende Juni die Swisscom-Spitze zu einer Anhörung einlade, sagte Nationalrat Jon Pult (SP/GR), Kommissionsvizepräsident in der Sendung "Heute Morgen" von 'Radio SRF'.
"Wir erwarten, dass Swisscom da auch Rede und Antwort steht und auch Transparenz schafft über die Ursachen dieser Pannenserie." Bei den früheren Pannen Anfang dieses Jahres sei von verschiedenen Ursachen die Rede gewesen: einmal von einem Hardware-Fehler, einmal von menschlichem Versagen.
Bis Ende Juni müsse klar sein, ob es einen Zusammenhang gebe, und ob innerhalb der Swisscom strukturelle Probleme bestünden, sagte Pult. "Muss man etwas ändern, damit wir einfach ein stabileres, sichereres Netz haben, das auch ganz wichtig ist für die Sicherheit und auch die Wirtschaft und die Gesellschaft in diesem Land?" Die KVF erwarte, dass die Konzernspitze auch einen Weg in eine bessere Zukunft ohne solche Pannen und solche Netzausfälle aufzeige.
"Ich lasse mich nicht mehr mit der Aussage abspeisen, dass das halt passieren kann. Nun müssen Antworten her", sagte SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger gegenüber dem 'Blick'. 
Bereits im Februar hatte sich die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga über die Störungsfälle bei Swisscom informieren lassen. Sie traf bei einer ordentlichen Aussprache den Verwaltungsratspräsidenten Hansueli Loosli sowie den CEO Urs Schaeppi. Der Bund erwarte, dass die Notrufnummern immer einsatzbereit seien, so die Uvek-Vorsteherin im Anschluss an das Gespräch. 

Loading

Mehr zum Thema

image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022
image

Regierung will Millionen für Digitale Transformation von Basel-Land ausgeben

Für die digitale Verwaltung und den Aufbau eines Governance-Modells sollen 21 Millionen aufgewendet werden. Es gebe dazu keine Alternative, so der Regierungsrat.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022
image

Stadt und Kanton Zug beschliessen gemeinsame Datenstrategie

Mit dem Open-Government-Data-Ansatz sollen in Zug künftig offene Verwaltungsdaten ohne Einschränkung zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

publiziert am 29.9.2022