Erneute Rüge für die IT-Firma des Kantons Schaffhausen

24. Dezember 2021, 09:55
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Die Finanzkontrolle sieht Mängel in der Jahresrechnung des Informatik­unternehmens KSD von Stadt und Kanton Schaffhausen. Dies war schon im Vorjahr der Fall.

Die Jahresrechnung 2020 des IT-Unternehmens von Stadt und Kanton Schaffhausen (KSD) genüge den Finanzhaushaltsmethoden nicht. Zu diesem Schluss kommt die Finanzkontrolle (Fiko) von Stadt und Kanton laut einem Bericht der 'Schaffhauser Nachrichten'. 
Die Jahresrechnung entspreche in keiner Weise den geltenden Rechnungslegungsregeln, zitiert die Zeitung aus dem Fiko-Bericht. Somit verweigere die Finanzkontrolle dem öffentlich-rechtlichen Unternehmen KSD das Testat.
Bereits letztes Jahr gab es von der Fiko eine Rüge für das Unternehmen. Damals bemängelte die Aufsicht unter anderem Verstösse gegen die Submissionspflicht sowie Probleme bei der Rechnungslegung und Berichterstattung. 
In der aktuellen Jahresrechnung fehle etwa die Geldflussrechnung. "Durch das Weglassen der Geldflussrechnung fehlt dem ­Bilanzleser der Einblick in die Geldströme aus operativer, Investitions- und Finanzierungstätigkeit", zitiert die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Bericht.
Die KSD ist vor rund eineinhalb Jahren von einer reinen Dienststelle in eine unselbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt worden. Gemäss der Fiko müsste die KSD als staatlicher Betrieb ihre Jahresrechnung nach den Grundsätzen des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells 2 (HRM2) erstellen. Die KSD argumentiere aber, man befinde sich noch in einer Übergangsfrist und dürfe deshalb noch nach den alten Regeln abrechnen. Somit müsse die KSD einige Punkte, die die Fiko rügt, noch gar nicht erfüllen. Dazu gehöre auch das Führen einer Geldflussrechnung.
Die Finanzaufsicht bleibe aber bei ihrem Urteil. Weitere Kritikpunkte sind laut dem Zeitungsbericht nicht nachvollziehbare interne Verbuchung von Arbeitsstunden sowie eine vermutlich nicht korrekt vorgenommene Zinsberechnung bei einem Darlehen der Stadt. Ausserdem habe die KSD es versäumt, Rückstellungen zu schaffen, die für einen Rückbau von zwei Liegenschaften anfallen könnten. Die Fiko komme auf einen Betrag von 1,5 Millionen Franken für ein Rechenzentrum sowie auf 0,3 Millionen Franken für einen Serverraum. Insgesamt müsste die KSD laut dem Fiko-Bericht rückwirkend per Ende 2020 ausserordentliche Abschreibungen von knapp einer Million Franken tätigen. Als Nächstes müssen sich die beiden Geschäftsprüfungskommissionen damit befassen. 

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