Ernüchternder Hadoop-Realitätstest

23. Juli 2015, 14:28
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Bei Unternehmen im deutschsprachigen Raum scheint die Nutzung von Hadoop noch weitgehend im experimentellen Stadium zu sein, so eine Studie.

Über Hadoop wurde bereits viel geredet. Bei Unternehmen im deutschsprachigen Raum scheint die Nutzung aber noch weitgehend im experimentellen Stadium zu sein, so eine Studie.
Als Schlüsseltechnologie für effiziente Big-Data-Analysen hat sich Hadoop einen gewissen Namen gemacht. Hadoop wurde aber vor einem halben Jahr auch schon als überschätzte und veraltete Technik kritisiert. Klar ist jedoch, dass das freie Java-Framework erlaubt, grosse Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten auf verteilten Servern zu speichern und zu durchsuchen. Wie steht aber es gegenwärtig mit dem realen Einsatz von Hadoop in Unternehmen im deutschsprachigen Raum?
Dieser Frage ist eine BARC-Studie (Business Application Research Center) unter dem Titel "Hadoop als Wegbereiter für Analytics" nachgegangen und hat Informationen zu den Erwartungen, Einsatzfeldern und Stolpersteinen beim Einsatz gesammelt. Die Ergebnisse sind auf dem BARC-Blog (nach einer Registrierung) abrufen.
An der Befragung haben sich 261 Teilnehmer aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) aus unterschiedlichen Branchen beteiligt. Von ihnen setzten 78 Prozent oder 171 Unternehmen Hadoop bereits ein, planen es oder können sich zumindest den Einsatz von Hadoop vorstellen. Allerdings wird das Analayse-Werkzeug derzeit noch "vor allem durch die IT getrieben", wie 52 Prozent der Befragten festhielten. Adressiert würden also vorrangig technische Themen.
Als häufigstes Ziel der Nutzung nannten 68 Prozent die vereinfachte Verwaltung grosser Datenvolumen. Bei 61 Prozent ging es darum, Informationen aus halb- oder ganz unstrukturierten Datenquellen zu erschliessen und erst an dritter Stelle nannten 44 Prozent der Befragten fachlich-analytische Anforderungen wie eine grössere Flexibilität bei der Datenanalyse. Die Möglichkeit, mit Hadoop erweiterte Analysefunktionen zu nutzen, gaben sogar nur 42 Prozent an. Und "seltener als erwartet", so die Studienverfasser weiter, wollten Unternehmen durch das Framework ihre Kosten für die analytische Infrastruktur senken (37 Prozent).
Das Fazit von BARC fällt entsprechend nüchtern aus: "Die Hadoop-Nutzung befindet sich insgesamt noch in der Klärungs- und Experimentierphase". Drei Viertel der befragten Unternehmen würden das Framework "momentan noch als ein weniger beziehungsweise überhaupt nicht wichtiges Thema" ansehen. Das lasse den Schluss zu, dass der Mehrwert von Big-Data-Initiativen und -Analytics respektive das genaue Einsatzgebiet von Hadoop in vielen Unternehmen noch unklar sind, so die Studienautoren: Es fehle "schlicht an mehr und besserer Aufklärung über den Nutzen von Hadoop". (vri)

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