Erstaunlich geringer Gewinnrückgang von Swisscom

7. August 2013, 09:17
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Trotz massiven Angriffen auf die Konkurrenz im Festnetz-, Mobilfunk- und TV-Business ist der Reingewinn von Swisscom im ersten Halbjahr nur um zehn Prozent geschrumpft. Bündelangebote und die "Infinity"-Mobilfunkabos kommen offenbar an.

Trotz massiven Angriffen auf die Konkurrenz im Festnetz-, Mobilfunk- und TV-Business ist der Reingewinn von Swisscom im ersten Halbjahr nur um zehn Prozent geschrumpft. Bündelangebote und die "Infinity"-Mobilfunkabos kommen offenbar an.
Swisscom hat heute Morgen Zahlen zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2013 veröffentlicht. Und diese fallen besser aus, als man angesichts der sehr aggressiven Preispolitik des Ex-Monopolisten erwarten würde. So hat Swisscom die Kosten für die Benützung von Mobilfunknetzen im Ausland (Roaming) massiv gesenkt und günstigere Bündelangebote für Kunden eingeführt, die sowohl TV- wie auch Mobilfunk-Angebote von Swisscom nützen. Glaubt man Swisscom, so kostet die Preissenkung beim Roaming im ersten Halbjahr 90 Millionen Franken und die anderen Preissenkungen 200 Millionen Franken.
Trotzdem sank der Reingewinn von Swisscom im ersten Halbjahr nur um 88 Millionen Franken (siehe Tabelle oben) auf noch 819 Millionen Franken. Der Umsatz blieb stabil bei fünfeinhalb Milliarden Franken. Offenbar ist es gelungen, Einnahmeverluste durch Preissenkungen von rund 200 Millionen Franken durch neue Umsätze zu kompensieren.
In der Tat konnte Swisscom die Zahl der TV-Kunden im Vergleich zum Vorjahr auf fast über 900'000 steigern (+ 30 %) und der Umsatz mit Bündelverträgen wurde um fast 40 Prozent auf nun 725 Millionen Franken gesteigert. Zudem konnte Swisscom bis Ende Juni 1,3 Millionen Kunden von den "Infinity" Flatrate-Mobilfunk-Modellen überzeugen
Auch Fastweb gewinnt Kunden
Auch die italienische Tochter Fastweb scheint sich erholt zu haben. Swisscom hat 2007 Fastweb zu einem zu hohen Preis gekauft und musste Ende 2011 deshalb 1,3 Milliarden Franken auf Kosten des Gewinns abschreiben. Im ersten Halbjahr 2013 hat Fastbweb 214'000 Breitbandkunden hinzugewonnen. Der Umsatz von Fastweb sank aber um fünf Prozent auf 810 Millionen Euro. Dies weil man aus dem niedermargigen Hubbing-Business aussteigt.
Eine Klage gegen Fastweb, die ein Mitbewerber in Italien eingereicht hat, wird als gefahrlos eingschätzt. Das Verfahren könnte Swisscom maximal 72 Millionen Franken kosten. Man schätzt das Risiko aber als so gering ein, dass man keine Rückstellungen vorgenommen hat.
Mehr Umsatz wegen Entris
Der Kauf von Entris Banking und Entris Operations durch Swisscom IT Services (siehe separaten Artikel) und von Cinetrade durch Swisscom wird Swisscom im laufenden Jahr einen Zusatzumsatz von etwa 150 Millionen Franken bringen. Swisscom rechnet deshalb neu mit einem Umsatz von 11,4 Milliarden Franken für 2013. Man hofft, den Aktionären 2014 eine gleichbleibende Dividende von 22 Franken pro Aktie auszahlen zu können. Das muss man - angesichts der massiven und von Swisscom selbst angetriebenen Preiserosion im Mobilfunk- und Breitband-Business - als gute Leistung bewerten.
Schloter-Nachfolger bis Ende Jahr
Bis Ende Jahr will der Swisscom-Verwaltungsrat einen Nachfolger für Carsten Schloter finden. Der Swisscom-CEO ist vor etwas mehr als zwei Wochen aus dem Leben geschieden. (Christoph Hugenschmidt)

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