Erstaunlicher Wachstumsschub in der Schweizer IT-Branche

26. Februar 2013, 15:48
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Wachstum wie in den 90ern: Trotz unsicherer Wirtschaftslage ist die Zahl der Beschäftigten in der Schweizer IT-Branche um fast 10 Prozent gestiegen und hat einen neuen Rekordstand erreicht.

Wachstum wie in den 90ern: Trotz unsicherer Wirtschaftslage ist die Zahl der Beschäftigten in der Schweizer IT-Branche um fast 10 Prozent gestiegen und hat einen neuen Rekordstand erreicht.
Gemäss den neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) ist die Zahl der Beschäftigten in der Schweizer IT-Branche in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres überraschend stark gestiegen. In der Branche "Informationstechnologie und Informationsdienstleistungen" arbeiteten per Ende September 67'300 Frauen und Männer in einer Vollzeitstelle, per Ende Jahr waren es sogar 70'200. Im Vergleich zur Jahresmitte entspricht dies einem Anstieg um 6700 Beschäftigte und im Vergleich zu Ende 2011 einem Anstieg um 6100 Beschäftigte beziehungsweise 9,5 Prozent.
Auch die Zahl der Teilzeitmitarbeitenden in der IT-Branche stieg in der zweiten Jahreshälfte 2012 deutlich auf zuletzt 15'500. Das sind 1200 beziehungsweise 8,4 Prozent mehr als Ende 2011. Im Bereich Telekommunikation stagniert die Beschäftigtenzahl dagegen. Mit 21'500 Vollzeit- und 3500 Teilzeitstellen lag sie Ende 2012 etwa auf dem Niveau von Ende 2011.
Fast 50 Prozent Wachstum in zehn Jahren
Angesichts der Stellenzunahme in der IT-Branche fühlt man sich um viele Jahre zurückversetzt: Solche Wachstumszahlen wurden nach den BfS-Zahlen zuletzt in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts und bis Anfang 2001 verzeichnet. Ab Mitte 2002 bis Ende 2003 schrumpfte der Stellenbestand nach Vollzeitäquivalenten gemessen in der grossen IT-Krise um rund 10 Prozent, um danach wieder kontinuierlich, aber meist langsam, anzusteigen. Nach dem jüngsten Wachstumsschub beschäftigt die Branche nun nach Vollzeitäquivalenten gemessen 47 Prozent mehr Angestellte als vor zehn Jahren und fast 70 Prozent mehr als Ende 1999. (Vollzeitäquivalente = Stellenprozente von Vollzeitstellen und Teilzeitstellen zusammengezählt und in 100-Prozent-Stellen umgerechnet).
Jede zehnte neue Stelle ist in der IT-Branche
Die IT-Branche übertrifft damit gegenwärtig auch klar das Wachstum der Stellenzahl in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigten in der Schweiz gemäss der jüngsten Beschätigungsstatistik des BfS innert Jahresfrist um 1,8 Prozent, beziehungsweise 72'300 auf 4,116 Millionen. Die IT-Branche wäre damit mit ihrem Zuwachs um rund 7300 (+9,2 Prozent) Beschäftigte für rund jede zehnte neu geschaffene Stelle verantwortlich.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Zumindestens ein Teil des Wachstums für die IT-Branche dürfte darauf zurückzuführen sein, dass letztes Jahr UBS und andere Grossunternehmen ihre eigenen IT-Abteilungen stark verkleinert haben und nun vermehrt externe Dienstleistungen beziehen. Die entlassenen Informatiker wurden vorher als Angestellte in den Branchen ihrer bisherigen Arbeitgeber geführt. Falls sie bei IT-Dienstleistern angeheuert haben, tauchen sie nun neu als Beschäftigte in der IT-Branche auf. (Hans Jörg Maron)

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