Erste HP-Manager stolpern über Schnüffelaffäre

28. September 2006, 14:00
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Die Chefanwältin, der Leiter der internen Ermittlungsabteilung und der Ethikverantwortliche von HP treten ab.

Die Chefanwältin, der Leiter der internen Ermittlungsabteilung und der Ethikverantwortliche von HP treten ab.
Nach der Präsidentin des Verwaltungsrats, Patricia Dunn bei HP nun auch drei Spitzenmanager, welche mit der Ermittlung gegen die eigenen Veraltungsräte zu tun hatten, per sofort zurückgetreten. In der Öffentlichkeit am Bekanntesten von den Dreien ist Ann Baskins (Bild), bisher Senior Vice President, Chefanwältin und Generalsekretärin von HP, die heute morgen ihren Rücktritt erklärte.
Baskins ist ein "Urgestein" bei HP: Sie begann schon 1982, direkt nachdem sie ihr Anwaltsstudium beendet hatte, für Hewlett-Packard zu arbeiten und verbrachte ihre gesamte Karriere bei HP. CEO Mark Hurd dankte ihr in einem Statement für die geleistete Arbeit und lobte ihren Entschluss: "Den Rücktritt einzureichen war eine sehr schwierige Entscheidung für sie, aber indem sie es getan hat, hat sie die Interessen HPs über ihre eigenen Interessen gestellt, und dies muss anerkannt werden."
Bereits zurückgetreten sind Anthony Gentilucci, bisher Chef der internen Ermittlungsabteilung bei HP, sowie der "Ethics Officer" Kevin Hunsaker. Beide sollen, ebenso wie Baskins, Dunn und Hurd bei einem Hearing einem Komitee des US-Kongresses ihre Version der Ereignisse schildern. Der Anwalt von Ann Baskins erklärte aber heute, dass sie bei dem Hearing die Aussage verweigern werde.
Einige Beobachter nehmen an, dass die Affäre weitere "Opfer" im Management und Verwaltungsrat von HP fordern könnte – sogar CEO Mark Hurd selbst könnte gefährdet sein.
Entscheidend wird dafür sein, wann genau Hurd oder andere HP-Leute über die bei der Schnüffelaktion angewendeten Methoden und ihre mögliche Illegalität informiert worden waren. Mit besonderer Spannung werden in dieser Beziehung die Aussagen von Patricia Dunn und Mark Hurd erwartet. Die beiden Statements, deren Entwürfe bereits veröffentlicht wurden, weichen gemäss Experten in einigen wichtigen Punkten voneinander ab, so dass zuletzt Aussage gegen Aussage stehen könnte. (Hans Jörg Maron)

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