Erste Swiss Cyber Security Days in Freiburg eröffnet

27. Februar 2019, 16:31
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Im Forum Freiburg sind heute die ersten Swiss Cyber Security Days eröffnet worden.

Im Forum Freiburg sind heute die ersten Swiss Cyber Security Days eröffnet worden. Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung steht die wachsende Bedrohung durch Cyberattacken. Fachleute aus dem In- und Ausland nehmen am Anlass teil, darunter etwa der russische Cybersicherheitsexperte Eugene Kaspersky. Rund 1000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Forschung erwarteten die Organisatoren.
Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani), präsentierte die Strategie und die Mittel der Schweiz. Gérald Vernez, Delegierter des VBS für Cyber-Defence, stellte den Aktionsplan Cyberabwehr vor und Oberst Robert Flück die neu geschaffene militärische Ausbildung zum Cyber-Spezialisten.
Auf der Bühne war bei allen Rednern, egal ob Anbieter, IT-Verantwortlicher oder Politiker, ein Thema präsent: Man müsse Awareness für das Thema schaffen, war immer wieder zu hören. Auf die Frage aus dem Publikum, wie man denn auch IT-ferne Abteilungen für IT-Security überzeugen könne, sagte Eugene Kaspersky, Mitgründer und Chef der Firma Kaspersky Lab: "Wir haben es mit dem Homo Sapiens zu tun. Der Homo Sapiens lernt primär aus Fehlern."
Kaspersky plädiert für "Cyber-Immunität"
Auf der Bühne legte Kaspersky den inhaltlichen Fokus auf Industrie 4.0. Die Industrie müsse sich mit den Kunden verbinden, so Kaspersky, "sonst geht sie bankrott". Aber gerade durch diese Verbindung würden die Firmen auch verletzlich. "Der Schaden ist nicht vorhersehbar", so der Firmenchef.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'sda' wies Kaspersky darauf hin, dass Cyber-Attacken immer komplizierter werden und sich auch gegen kritische Infrastrukturen richten. Deshalb brauche es den Schritt von der traditionellen Cyber-Sicherheit hin zu einer Cyber-Immunität. "Das bedeutet, dass den 'bösen Jungs' eine Attacke mehr kosten soll, als ein möglicher Schaden ausmacht", sagte Kaspersky.
Kritische Kaspersky-Infrastruktur bis Ende Jahr in der Schweiz
Kaspersky hat letztes Jahr einen Teil der Aktivitäten nach Zürich verlegt. Man habe das Haupt-Rechenzentrum in die Schweiz verlegt, weil die Schweiz neutral sei und der Datenschutz sehr streng: "Es ist sehr schwierig für Behörden, an die Daten zu kommen", so ein Kaspersky-Mitarbeiter.
Der Quellcode, den Kunden auf Anfrage kontrollieren können, unterlaufe aktuell ein Audit bei einer der "Big Four", den vier grossen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. (kjo/mag/sda)

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