Erster IBM-Quanten­computer in Europa eingeweiht

15. Juni 2021, 15:24
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Es sei der bislang stärkste Quantencomputer in Europa, so die Fraunhofer-Gesellschaft. Und alles, was damit gemacht werde, unterstehe deutschem Recht.

An der deutschen IBM-Zentrale in Ehningen in der Nähe von Stuttgart ist im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiterer deutscher Politprominenz der erste IBM-Quantencomputer, der in Europa steht, eingeweiht worden. Betrieben wird er von IBM zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit 27 Qubits sei er das derzeit leistungsstärkste System in Europa, sagt diese renommierte deutsche Organisation für praxisbezogene Forschung.
In der Zukunft, so glauben Wissenschaftler, werden Quantencomputer bahnbrechende neue Möglichkeiten bieten, um Probleme in Bereichen wie nachhaltiger Verkehr, schnellere Entwicklung neuer Materialien oder Medikamente oder effizientere Analysen komplexer Finanzströme anzugehen. Auch 27 Qubits reichen allerdings für solche realen Anwendungen noch bei Weitem nicht aus. Der neue IBM-Quantencomputer soll daher vor allem als Plattform dienen, auf der Wissenschaftler die Entwicklung von Quantenalgorithmen sozusagen üben können.
Mit dem vorgestellten System stehe nun Unternehmen und Institutionen in Deutschland und Europa erstmals eine sichere Forschungsplattform zur Verfügung, um ihre Expertise auf- und auszubauen sowie quantenbasierte Rechenstrategien mit Blick auf die möglichen Anwendungen auszuprobieren.
"Das Interesse, Quantencomputing als zukünftige Schlüsseltechnologie für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und technologischen Souveränität in die Anwendung zu bringen, ist sowohl in der Forschung als auch in der Industrie gross. Wir bieten mit unserer Plattform Grosskonzernen, KMUs, Start-ups und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, Kompetenzen aufzubauen sowie neue Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle zu testen", so Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft,
Der Ausdruck "sichere Forschungsplattform" bezieht sich dabei vor allem auf den Standort Deutschland, denn dadurch würden alle verarbeiteten Projekt- und Nutzerdaten immer in Deutschland bleiben und den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegen.
Das Projekt werde auch vom Land Baden-Württemberg unterstützt, so die Fraunhofer-Gesellschaft. Das Bundesland werde insgesamt bis 2024 bis zu 40 Millionen Euro bereitstellen, den Grossteil davon für Verbundprojekte des Fraunhofer-Kompetenzzentrums Quantencomputing in Baden-Württemberg, das dafür auch mit Hochschulen, ausseruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammenarbeitet.

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