Erstes OVH-Rechenzentrum in Strassburg nimmt Betrieb wieder auf

26. März 2021, 15:41
image

16 Tage nach dem verheerenden Brand ist der Restart von SBG3 und SBG4 erfolgt. OVHcloud will als Folge auch ein Forschungslabor für RZ-Brände aufbauen.

In den frühen Morgenstunden des 26. März hat OVHcloud sein Rechenzentrum SBG4 in Strassburg wieder in Betrieb genommen und auch SBG3 schrittweise wieder aufgeschaltet. Im Verlauf des Tages seien dort 83% der Bare-Metal-Server wieder in Betrieb genommen worden.
Das RZ SBG2 auf dem Areal des französischen Cloud-Anbieters war beim Brand am 10. März komplett zerstört worden. Nachdem in den Batterieräumen des bereits teilweise feuergeschädigten SBG1 am 19. März ein zweiter Brand ausgebrochen war, hatte OVHcloud entschieden, dieses nicht mehr neu zu starten. Die Gebäude von SBG4 und SBG3 waren nach dem Brand intakt geblieben.
Der Gründer und Vorsitzende von OVH, Octave Klaba, erklärte auf Twitter: "Alle Server in SBG4 sind wieder hochgefahren." Man habe nun begonnen, die nicht beschädigten Server aus SBG1 nach SBG4 zu verschieben. Zu SBG3 sagte er: "Sobald wir ein Rack up haben, beginnt das Team mit der Arbeit an den Servern und dann an den Diensten." Doch die Arbeit sei mühsam und ein genauer Zeitplan wegen der Reinigungsarbeiten schwierig vorhersehbar.
Racks aus den Räumen 61E und 62E im verlassenen SBG1-Rechenzentrum würden an andere OVHcloud-Rechenzentren in Frankreich geliefert und mit einer Rate von drei Racks pro Tag aufgeräumt. "Wir versuchen, dies zu beschleunigen", so Klaba.
Auf Softwareebene startete OVHcloud OpenVMS Private Cloud Services, OpenCloud Public Cloud zusammen mit Bare-Metal-Instanzen neu. Laut Klaba werden etwa 20 Kundenserver alle drei Stunden neu gestartet. Die Status-Seite von OVHcloud zeigte aber immer noch für diverse Dienste "rot" an.
Die genaue Brandursache im Rechenzentrum ist immer noch unklar, dazu wurden aber bereits erste Vermutungen geäussert.
OVHcloud kündigte weiter an, ein Brandforschungslabor für Rechenzentren einzurichten. "Was auch immer der Standard (für Sicherheit) ist, wir haben beschlossen, alle unsere Rechenzentren übermässig zu sichern", erklärte Klaba. "Aber mehr noch, wir haben beschlossen, ein Labor einzurichten, in dem ich testen und sehen möchte, wie das Feuer in den verschiedenen Räumen abläuft Ich möchte den besten Weg, um das Feuer in allen Räumen zu löschen." Man wolle die Erkenntnisse aus einem solchen Labor mit der ganzen Industrie teilen. "Niemand will so einen Vorfall haben", so Klaba.

Loading

Mehr zum Thema

image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023
image

10?! Sabrina Storck, COO SAP Schweiz

Die Chief Operating Officer von SAP Schweiz erklärt, wie sich ihre Rolle als "Innenministerin" des Unternehmens wandelt und was es mit der Halbwertszeit von Ferienfotos auf sich hat.

publiziert am 2.2.2023
image

Rapid7 prüft offenbar einen Verkauf

Der Security-Anbieter erwägt laut Medienberichten Optionen für einen Verkauf. Dabei soll auch eine Übernahme durch Private-Equity-Investoren infrage kommen.

publiziert am 2.2.2023
image

Cloud-Provider doppeln bei Microsoft-Kritik nach

Der US-Konzern beschränke mit seinen Lizenzbestimmungen den Wettbewerb, kritisiert die Vereinigung CISPE. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie soll dies jetzt belegen.

publiziert am 1.2.2023