Erstmals gibt es über 10'000 ICT-Lehrstellen

6. Juli 2021 um 09:45
image

Trotz der Coronapandemie wuchs die Zahl der Ausbildungs­plätze. Weitere Investitionen sind laut ICT-Berufsbildung aber "unerlässlich".

Die Anzahl Lehrstellen im Berufsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) ist 2020 erstmals über 10'000 gestiegen. Dies meldet ICT-Berufsbildung mit Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Statistik. 
Seit der Gründung von ICT-Berufsbildung im Jahr 2010 habe die Gesamtzahl der Lehrstellen um fast 50% zugenommen. Der Anstieg sei mit der zunehmenden Digitalisierung zu erklären, die in allen Branchen und Verwaltungen immer mehr ICT-Fachkräfte erfordere, so der Verband in einer Mitteilung.
ICT-Berufsbildung geht laut einer Studie davon aus, dass in der Schweiz bis ins Jahr 2028 zusätzlich 35'800 ICT-Fachkräfte ausgebildet werden müssen. "Dies ist eine enorme bildungspolitische und gesamtwirtschaftliche Herausforderung, die nach ausserordentlichen Massnahmen verlangt", so der Verband in einer Mitteilung zur Studie.

Stabile Entwicklung während der Pandemie

"Als elementare Zulieferin der höheren Berufsbildung und Fachhochschulen ist die berufliche Grundbildung die effektivste und nachhaltigste Massnahme gegen den ICT-Fachkräftemangel", sagt Andreas W. Kaelin, Präsident von ICT-Berufsbildung. Angesichts der Coronapandemie sei die aktuelle Entwicklung sehr erfreulich. Die Lehrbetriebe hätten es geschafft, auch unter den erschwerten Bedingungen neue Ausbildungsplätze zu schaffen.
Zum Auftakt des neuen Jahres hatte sich eine stabile Entwicklung abgezeichnet. Die Lehrstellen würden besetzt, so Barbara Jasch, Geschäftsführerin des Zürcher Lehrbetriebsverbands ICT (ZLI) noch vor einigen Wochen, aber die Schaffung neuer Stellen laufe etwas harzig.
"Als 'Organisation der Arbeitswelt' möchten wir sehr gerne mehr Lehrstellen schaffen und wir bleiben auch dran", erklärte Jasch. Die Steigerung der Anzahl Lehrstellen sei eine auch strategische Massnahme der nationalen Organisation der Arbeitswelt (OdA).

Neue und überarbeitete ICT-Lehren

Das Berufsbild "Informatiker/in EFZ" wurde in den vergangenen Jahren überarbeitet, die Revision ist mittlerweile abgeschlossen. Die Bildungserlasse wurden per Ende 2020 verabschiedet. Neu gibt es die beiden Fachrichtungen Applikationsentwicklung und Plattformentwicklung. Dahinter stehen die Fachrichtungen API und SYS, die modernisiert und aktualisiert worden sind. Erste Jugendliche starten im August 2021 mit ihrer Ausbildung in der "neuen" Informatiklehre.
Derzeit wird auch der Bedarf an einer neuen EFZ-Ausbildung an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft analysiert. Die Idee zu einem neuen Beruf mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis war anlässlich der Revision der Grundbildung Informatik EFZ Jahr entstanden. Das neue Berufsbild läuft unter dem Arbeitstitel "Digital Business EFZ".
Eine kürzlich durchgeführte Befragung von 500 Unternehmen zeigte, dass Bedarf und Interesse im Markt vorhanden wären. Ab Anfang 2021 habe man mit der KV- und ICT-Branche ein Qualifikationsprofil entworfen, erklärte ICT-Berufsbildung damals. Inzwischen seien das Projekt und die Ergebnisse der Berufsfeldanalyse dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation vorgestellt worden. In der nächsten Phase gelte es, die Projektorganisation und Projektplanung hochzufahren, damit die für 2023 geplante Umsetzung des neuen Berufs erreicht werden kann.

Loading

Mehr zum Thema

image

Post eröffnet weiteren IT-Standort in der Westschweiz

Neben Neuchâtel beschäftigt die IT-Abteilung der Post neu auch Personal in Lausanne. Damit will das Unternehmen für französischsprachige Mitarbeitende attraktiver werden.

publiziert am 22.2.2024
image

Gigantische Umsatzsteigerung für Nvidia

Durch den KI-Boom hat sich der Umsatz des Chipherstellers innert 12 Monaten beinahe verdreifacht.

publiziert am 22.2.2024
image

Übernahme von Crealogix ist abgeschlossen

Das britische Unternehmen Vencora besitzt jetzt 99% der Anteile des Schweizer Softwareanbieters.

publiziert am 22.2.2024
image

Kudelski will Skidata verkaufen

Unter dem Strich fällt das Resultat beim Verschlüsselungs-Spezialisten tiefrot aus. Nun stellen die Lausanner den Geschäftsbereich Skidata zum Verkauf ins Schaufenster.

publiziert am 22.2.2024