eSeSIX: "Ernsthafte Gespräche mit Übernahmeinteressenten"

24. Juli 2006, 15:08
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Der Distributor hat noch bis Ende September Zeit, einen Käufer zu finden.

Der Distributor hat noch bis Ende September Zeit, einen Käufer zu finden.
Der deutsche Distributor eSeSIX hat heute in einer Mitteilung offiziell bestätigt, dass am vergangenen Donnerstag beim Amtsgericht Ingolstadt ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Der Insolvenzverwalter Martin Prager glaubt an eine Fortführung des operativen Geschäfts. Das Geschäftsmodell sei "intakt", das Unternehmen verfüge über "namhafte Kunden" und die Auftragslage sei stabil, so Prager. Gemäss Prager ist die Finanzierung von Bestellungen gesichert. "Mehrjahresprojekte" werden aber nicht mehr angenommen.
Die Schweizer Niederlassung in Bremgarten ist von der Insolvenz der Muttergesellschaft nicht betroffen. Auch die weiteren GmbHs eSeSIX Software, Net Academy und Heavensgate Solution sind offensichtlich nicht betroffen. Herstellung und Support der Eigenmarke Morphois soll weitergeführt werden.
Gemäss Geschäftsführer und Inhaber Engelbert Tretter liefen die Geschäfte zwar gut, der Markt habe sich in den ersten Monaten dieses Jahres aber weniger stark entwickelt als erwartet. 'Computer Reseller News' schreibt, dass Projekte im siebenstelligen Auftragsvolumen "verschoben" worden seien. Der Hauptgrund für das finanzielle Desaster scheint aber ein zu schnelles Wachstum gewesen zu sein. Der Umsatz von eSeSIX wuchs in den vergangenen Jahren im Schnitt um 50 bis 80 Prozent. Laufend wurden neue Hersteller ins Sortiment aufgenommen.
Die Übernahmegespräche scheinen indes schon fortgeschritten zu sein. Gegenüber 'CRN' sagte Prager, es sei ermutigend, dass bereits nach drei Tagen "ernsthafte Gespräche mit Übernahmeinteressenten" geführt wurden. Nun bleibt Zeit bis Ende September 2006. Bis dahin läuft das Insolvenzverfahren. Die deutsche Bundesagentur für Arbeit wird die Gehälter der Angestellten bezahlen.
Wobei nicht ganz klar ist, wie viele Mitarbeitende in Pfaffenhofen beschäftigt sind. eSeSIX-Sprecherin Franziska Kneile sprach vergangene Woche von 60 Angestellten, eSeSIX-Chef Tretter hingegen meint es seien "gut 50". Jedenfalls habe es bisher keine Entlassungen gegeben, wie gerüchteweise zu hören war. Kneile sagte gegenüber inside-channels.ch auf die Frage, ob es stimme, dass bereits rund 20 Mitarbeitende entlassen wurden: "Dies sind lediglich Gerüchte, die nicht richtig sind." (Maurizio Minetti)

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