ETH: Hochburg von Elektronik und Photonik

16. Juni 2010, 13:13
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Neuste Forschungsprojekte im Bereich Informationstechnologie in der Gesellschaft.

Neuste Forschungsprojekte im Bereich Informationstechnologie in der Gesellschaft.
Das renommierte ETH-Institut für Integrierte Systeme und das ihm angeschlossene Microelectronic Design Center sowie die mit der ETH Zürich assoziierte Forschungsstiftung IT'IS (Informationstechnologie in der Gesellschaft) veröffentlichen alljährlich einen umfassenden Bericht über die Forschungstätigkeit der Professoren Wolfgang Fichtner, Qiuting Huang und Andreas Burg.
Als für die Allgemeinheit interessanteste Ergebnisse aus dem letzten Jahr erachtet der Gründer und Leiter des Instituts, Prof. Wolfgang Fichtner, die Resultate im Bereich Bio-Electromagnetics und Electromagnetic Compatibility. Diese interdisziplinäre Forschungsthematik zwischen Elektronik und Life Science erlangte in letzter Zeit einiges wissenschaftliches aber auch gesellschaftliches Interesse.
Sieben Spezialgebiete der Halbleiterelektronik
Die Forschungstätigkeit des Instituts für Integrierte Systeme und des angeschlossenen Microelectronic Design Centers erstreckt sich über einen ganzen Fächer von verschiedenartigen Spezialgebieten:
- Integrierte Schaltungen und System Design sowie Test
- Schaltungen und Systeme für Signalverarbeitung
- Design von Integrierten Schaltungen für analoge und gemischt analog-digitale Signale
- Technology CAD für Entwurf und Simulation von Halbleiterbauteilen
- Computational Optoelectronics
- Physikalische Charakterisierung von elektronischen Bauelementen und Systemen
- Bio-Electromagnetics und Electromagnetic Compatibility
Jahresergebnis: 99 Forschungs- und 22 Unterrichtsprojekte
Insgesamt beschreibt der Forschungsbericht 2009 des Instituts nicht weniger als 99 verschiedenartige Projekte aus den sieben Spezialfächern. Hinzu kommen noch 22 weitere Projekte aus dem Unterrichtsbereich des Instituts - Semesterarbeiten von Studenten und Abschlussprojekte für den Erwerb des Master-Grades. Ferner wurden 10 Doktorhüte verliehen. Mit insgesamt 40 Projekten machen die wissenschaftlichen Arbeiten über den Einfluss von elektromagnetischer Strahlung auf den menschlichen Organismus einen der Schwerpunkte der Forschungstätigkeit am Institut aus.
Es geht dabei um neue Erkenntnisse, die durchaus Alltagsbezug haben. So wird bei den vorgeschriebenen Abnahmetests von Mobiltelefonen nur der Durchschnittswert der räumlichen Absorptions-Rate (SAR) des menschlichen Körpers eruiert, die durch die elektromagnetische Strahlung des Mobiltelefons verursacht wird. Die unterschiedliche Beschaffenheit der menschlichen Gewebe, die der Mobiltelefon-Strahlung ausgesetzt sind, blieben bisher unberücksichtigt. In einem vom Schweizerischen National-Fonds finanzierten Projekt hat der Doktorand Sven Kühn mit einer Gruppe der Forschungsstiftung IT'IS an einem anatomisch korrekt modellierten Phantomschädel (siehe Bild) diese Unzulänglichkeiten herausgearbeitet und behoben. Ein anderes Projekt befasste sich mit der Wirkung der elektromagnetischen Strahlung, die von Induktionskochherden ausgeht.
Virtuelle Familie für Simulationen und Tests
Im Hinblick auf derartige Untersuchungen haben IT'IS-Mitarbeiter und Doktoranden des Instituts für Integrierte Systeme eine vierköpfige, virtuelle Familie mit Vater (36 Jahre) Mutter (gemäss Forschungsbericht 26 Jahre, ähem...), einer Tochter (11 Jahre) und einem Sohn (6 Jahre) geschaffen. Deren anatomisch bis in alle körperlichen Details korrekt gestaltete Mitglieder dienen als virtuelle Probanden in Computersimulationen der elektromagnetischen Strahlungsbelastung. (Gregor Henger)

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