ETH-Prof Jürg Gutknecht soll SI-Präsident werden

25. Juni 2013, 15:33
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Die Schweizer Informatik-Gesellschaft schaut anlässlich des 30-jährigen Jubiläums zurück und nach vorne: Die Mitgliederzahl soll weiter wachsen. Ein neuer Präsident soll ab Mitte 2014 für neue Impulse sorgen.

Die Schweizer Informatik-Gesellschaft schaut anlässlich des 30-jährigen Jubiläums zurück und nach vorne: Die Mitgliederzahl soll weiter wachsen. Ein neuer Präsident soll ab Mitte 2014 für neue Impulse sorgen.
Heute feierte die Schweizer Informatik-Gesellschaft (SI) an der Fachhochschule Westschweiz in Freiburg ihr 30-jähriges Jubiläum. Wie SI-Präsident Bernhard Hämmerli bereits Ende Mai in einem Interview gegenüber inside-it.ch ausführte, hat der Verband eine mehrjährige Umstrukturierungsphase hinter sich. Hämmerli bereitet zurzeit seine Nachfolge vor: Das Jubiläumsjahr wird sein letztes als SI-Präsident sein.
Über 200 Personen besuchten die Jubiläumsveranstaltung, die am Morgen mit der Präsidentenkonferenz und der Generalversammlung begann und von diversen Workshops – etwa zu den Themen Open Government Data, Green IT und Cloud Computing - begleitet wurde. Am Nachmittag gab es diverse Fachvorträge, gefolgt von einer Podiumsdiskussion, an der über die Informatikzukunft der Schweiz debattiert wurde. Am Ende der Veranstaltung wurden die besten Maturaarbeiten sowie beste Bachelor- und Masterarbeiten ausgezeichnet.
Mehr Mitglieder gewünscht
Die GV am Vormittag eröffnete Präsident Hämmerli mit den Worten, man wolle weiterhin den Dialog und das Nachdenken über Informatik fördern. Im vergangenen Jahr seien sehr viele neue Fachgruppen gegründet und konsolidiert worden. Künftig wolle man stärker mit anderen Verbänden kooperieren, etwa mit dem schweizerischen Verein für Informatik in der Ausbildung (SVIA) und dem Telekomverband Asut. Angedacht sei, dass man zum Beispiel Arbeitsgruppen gegenseitig öffne.
Michael Glaubauf, der im SI-Vorstand für die Finanzen zuständig ist, stellte die Jahresrechnung vor. Er ging kurz auf die Bilanzsumme ein, die um 200'000 Franken gestiegen sei. Grund dafür sei die Eingliederung der Swiss Informatics Research Association (SIRA), die seit 2012 zur SI gehört. Zur Bilanz gab es ansonsten nicht viel zu sagen, ausser, dass mittlerweile 750'000 Franken auf einem CS-Konto deponiert sind. Man wolle dieses Geld künftig auf mehrere Banken streuen, sagte Glaubauf.
Die vorgestellte Erfolgsrechnung zeigte, dass die Mitgliederbeiträge leicht rückläufig sind, wenn man SIRA ausklammert. Sie betrugen rund 150'000 Franken. "Wir stagnieren, das muss sich ändern", sagt Glaubauf. Für 2013/2014 sind leicht höhere Einnahmen budgetiert, wobei die Beiträge für die Mitglieder nicht steigen sollen. Der Verband geht also davon aus, dass die Mitgliederzahl wachsen wird. Präsident Hämmerli betont, dass man 2012 einen Nettozuwachs um 20 Mitglieder und 2013 bis Ende Juni einen Zuwachs von 271 neuen Mitgliedern hatte.
Jürg Gutknecht soll Präsident werden
Zwei Mitglieder traten aus dem Vorstand aus: Brigitte Liebig und Thibault Estier, der als Vizepräsident unter anderem für die Romandie zuständig war. Ersetzt wurden die beiden mit zwei ETH-Professoren: Thomas Gross, der unter anderem an einem Nationalfonds-Projekt zum Thema Big Data beteiligt ist, sowie Jürg Gutknecht. Traditionell ist die ETH im Vorstand von SI schlecht vertreten.
Gutknecht dürfte am Ende der Amtszeit von Hämmerli das Präsidium des Verbands übernehmen. Man kennt den 64-Jährigen, der bislang nicht SI-Mitglied war, unter anderem als "Erfinder" der Programmiersprache Oberon. Er arbeite sich jetzt ein und habe drei Prioritäten, sagte Gutknecht gegenüber inside-it.ch: Erstens soll die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Akademie gestärkt werden, zweitens will er sich für die Ausbildung einsetzen und drittens soll die Kooperation mit ausländischen Verbänden intensiviert werden. "Wir müssen den Mitgliedern einen Mehrwert bieten", so Gutknecht.
Verläuft alles nach Plan, wird Gutknecht in rund einem Jahr zum SI-Präsidenten gewählt. (Maurizio Minetti)

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