ETH, SAP und HSG forschen am "Internet der Dinge"

21. Oktober 2009, 15:54
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Enge Verknüpfung von Technologie-Entwicklung und Betriebswirtschaft.

Enge Verknüpfung von Technologie-Entwicklung und Betriebswirtschaft.
Obwohl (oder weil?) der Hype um das "Internet der Dinge" fast schon Geschichte ist, forschen grosse IT-Anbieter und Universitäten weiterhin heftig an den Anwendungen der Zukunft für eine Welt, in der jeder Gegenstand ein Teil des Internets und "ein bisschen ein Computer ist," wie sich ETH-Professor Fleisch gestern Abend an einer gemeinsamen Medienveranstaltung mit SAP ausdrückte.
Geforscht wird an der ETH und der St. Galler HSG gemeinsam mit dem deutschen ERP-Riesen SAP. In den von SAP seit 2006 (HSG) respektive 2007 (ETH) gesponsorten Forschungsprogrammen ("Campus-based Engineering Centers") sind heute 50 Mitarbeitende beschäftigt. 20 von ihnen sind Doktoranden, die je zur Hälfte von der Forschungsinstitution und von SAP angestellt sind - übrigens zu zufriedenstellenden Löhnen, wie uns ein Doktorand gestern sagte.
Gestern nun zeigten Professor Fleisch und "seine" Doktoranden einige Anwendungen, die aus den gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsanwendungen entsprungen sind. Einige Beispiele für den Nutzen des "Internets der Dinge", die Fleisch erwähnte, sind bekannt. So könnten etwa "intelligente" Nahrungsmittel über Internet und Handy genaue Auskunft über ihre Inhaltsstoffe geben, was für Allergiker sehr nützlich sein könnte.
iPhone erzieht zum Stromsparen
Eine raffinierte Applikation zeigte Markus Weiss vom "Bits2Energy Lab". Eine Funkeinheit (z.B. WLAN) wird an einen Stromzähler der neuen Generation angehängt. Anwender mit der entsprechenden iPhone-Applikation können damit ihr Verhalten als Stromkonsumenten besser steuern. Denn die Applikation kann einerseits den Stromverbrauch jedes elektrischen Geräts anzeigen und stellt zudem den laufenden Verbrauch eines Haushalts grafisch dar - inklusive einer Projektion der zu erwartenden Kosten.
Einer der wichtigsten Forschungsaspekte im "Bits2Energy Lab" betrifft das menschliche Verhalten: Wie muss ich den Stromkonsum, den ja eigentlich jeder Konsument selbst herausfinden könnte, anzeigen, um Verhalten ändern zu können?
Es muss nicht immer RFID sein
Wurde früher das Konzept des "Internets der Dinge" oft mit der verbreiteten Anwendung von Funkchips (RFID Tags) gleichgesetzt, so ist dies bei der von SAP gesponsorten Forschung an ETH und HSG keineswegs zwingend der Fall. So zeigten die Forschungspartner gestern eine kombinierte Blackberry-SAP-Anwendung für Versicherungen. Solche sind nicht grundsätzlich neu, doch lag der Fokus bei der Entwicklung auf leichte Bedienbarkeit und durchgängig automatisierte Prozesse im Backoffice der Versicherung.
Dies ist bei bisherigen Anwendungen, wie sie von Versicherungen in den USA angeboten werden, gar nicht immer der Fall, wie mir gestern anlässlich einer kleinen Demo der Applikation auf dem Smartphone und in der SAP-Anwendung für Schadenbearbeitung erläutert wurde. Es gibt auch schicke iPhone-Apps von Versicherungen, die schlicht SMS an den Versicherer schicken, wo die Unfalldaten dann von Hand ins System getippt werden. Aber eben: Solche Apps stammen nicht von der ETH und HSG... (Christoph Hugenschmidt)

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