EU-Busse und Vista-Effekt vermiesen Microsoft die Bilanz

25. April 2008, 08:58
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Umsatz- und Gewinnrückgang in den Bereichen "Client" und "Microsoft Business Division". Kommt die Yahoo-Übernahme zustande?

Umsatz- und Gewinnrückgang in den Bereichen "Client" und "Microsoft Business Division". Kommt die Yahoo-Übernahme zustande?
Wegen der EU-Kartellstrafe musste Microsoft im vergangenen dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die EU-Kommission erhielt 1,42 Milliarden Dollar von Microsoft, was den operativen Gewinn des Softwareriesen erheblich schmälerte. Es resultierte ein Gewinnrückgang von 6,6 auf 4,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sank ebenfalls leicht von 4,9 auf 4,4 Milliarden Dollar.
Den Umsatz konnte Microsoft nur leicht von 14,4 auf 14,5 Milliarden Dollar steigern. Dabei sanken die Umsätze in den beiden wichtigsten Segmenten, nämlich "Client" (-24%) und "Microsoft Business Division" (-2%). Der starke Rückgang im Client-Bereich von 5,3 auf 4 Milliarden Dollar ist auf den Vista-Effekt zurückzuführen. Anfang 2007 wurden Windows Vista und Office 2007 eingeführt.
Im Client- und Businesssoftware-Bereich sanken in vergangenen Quartal entsprechend auch die Gewinne. Weiterhin im Minus befindet sich die Sparte "Online Services Business", wo der Fehlbetrag sogar von 171 auf 228 Millionen Dollar stieg, obwohl die Umsätze um 40 Prozent auf 843 Millionen Dollar wuchsen.
Dieser Bereich soll bekanntlich durch die Übernahme von Yahoo gestärkt werden. Ob diese gelingt, ist derzeit immer noch offen. Microsoft will die Offerte partout nicht verbessern und Yahoo hat schon mehrmals darauf hingewiesen, dass der gebotene Preis zu tief sei. An diesem Wochenende läuft Microsofts "Ultimatum" ab. Sollten sich die beiden Rivalen nicht einigen, wird sich Microsoft direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden oder die Übernahmeofferte sogar zurückziehen.
Für das vierte Quartal, das Ende Juni abgeschlossen wird, erwartet Microsoft einen Umsatz von 15,5 bis 15,8 Milliarden Dollar, bei einem operativen Gewinn von 5,8 bis 6,2 Milliarden Dollar. Das Geschäftsjahr soll mit einem Gesamtumsatz von 66,9 bis 68 Milliarden Dollar abgeschlossen werden. Der Betriebsgewinn soll sich zwischen 26,7 und 27,4 Milliarden Dollar bewegen. (Maurizio Minetti)

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