EU-Datenschützer nehmen Google aufs Korn

25. Mai 2007, 14:11
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Eine Gruppe von Datenschutzexperten der Europäischen Union hat Google darüber informiert, das seine Praktiken bei der Speicherung von Suchabfragen möglicherweise gegen EU-Gesetze verstossen, wie 'Bloomberg.

Eine Gruppe von Datenschutzexperten der Europäischen Union hat Google darüber informiert, das seine Praktiken bei der Speicherung von Suchabfragen möglicherweise gegen EU-Gesetze verstossen, wie 'Bloomberg.com' berichtet. Die Datenschützer verlangen von Google eine Begründung dafür, dass die Abfragen gespeichert werden. Ein Google-Anwalt erklärte gegenüber 'Bloomberg.com', dass man die Anfrage sehr ernst nehme und bis im Juni beantworten werde.
Google speichert bei jeder einzelnen Suchanfrage nicht nur die Suchwörter, sondern auch die IP-Adresse des Users und welche Links der Suchergebnisse vom User angeklickt wurden. Wenn ein User einen Google-Account besitzt, zum Beispiel für Gmail, und darum ein Cookie auf dem PC hat, können ihm die Suchabfragen sogar direkt zugeordnet werden.
Bisher speicherte Google diese Daten ohne zeitliche Beschränkung. Vor rund einem Monat versprach Google nun, sie zumindest nach 18 bis 24 Monaten zu anonymisieren, indem Teile der IP-Adresse und der Cookiedaten gelöscht werden. Auch diese Speicherdauer, so erklärte der Leiter der Datenschützergruppe gegenüber 'Bloomberg', könnte aber europäisches Recht verletzten.
Ob auch Yahoo, Microsoft oder andere Suchmaschinen, die ebenfalls Suchdaten speichern, bereits von den Datenschützern kontaktiert wurden, ist nicht bekannt. (hjm)

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