EU: Europa muss "technologisch souverän" werden

1. Oktober 2019, 11:17
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Europa sei zu stark auf Hard- und Software-Anbieter aus anderen Ländern angewiesen und gefährde damit seine Grundwerte und strategischen Einfluss.

Europa sei zu stark auf Hard- und Software-Anbieter aus anderen Ländern angewiesen und gefährde damit seine Grundwerte und strategischen Einfluss. Dies ist laut 'Bloomberg' einem internen Dokument der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der EU-Kommission zu entnehmen.
Im Papier würden Massnahmen gefordert und eine "Initiative für technologische Souveränität" beschrieben. Damit soll der Trend umgekehrt werden, denn ohne Richtungswechsel würden die "Grundlagen der europäischen Gesellschaft und ihrer Werte zunehmend belastet", zitiert 'Bloomberg'. "Die Position und der Einfluss Europas auf den Weltmärkten werden untergraben, was die europäische Führung beeinträchtigt und unsere technologische Souveränität in wichtigen strategischen Wertschöpfungsketten der Industrie gefährdet."
Auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Bloomberg' wollte sich die Europäische Kommission nicht zum Inhalt des Dokuments und möglichen konkreten Schritten äussern.
Europäische Technologiekonzerne würden grundlegende Technologiebausteine – einschliesslich Halbleiter und Software – produzieren, hätten aber mit den steigenden Investitionskosten nicht Schritt gehalten. Ihre amerikanischen Konkurrenten hätten bei der Entwicklung von Standards und Produkten Fortschritte gemacht, während asiatische Unternehmen wie Samsung die Massenproduktion in einem Umfang beherrschen würden, mit dem europäische Unternehmen nicht konkurrieren könnten.
"In einigen kritischen Bereichen wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen liegt die Führungsrolle tendenziell in den Vereinigten Staaten, und China rückt immer näher", zitiert 'Bloomberg' J. Scott Marcus, Senior Fellow beim Think Tank Bruegel in Brüssel. Grundsätzlich würde man in Europa zwar über gute Forschungskapazitäten verfügen. Es würde aber zu wenig investiert und in vielen Fällen würden talentierte Forscher dort hingehen, wo sie besser bezahlt werden, fügt Marcus an. (kjo)

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