EU-Fördergelder für Schweizer Forscher

14. Januar 2014, 13:49
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Neues europäisches Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" lanciert.

Neues europäisches Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" lanciert.
Die EU investiert bis 2020 fast 80 Milliarden Euro in das Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizon 2020". Die Schweiz beteiligt sich mit 4,4 Milliarden Franken am Programm - und will dafür Forschungsprojekte und Arbeitsplätze in die Schweiz holen. An einer Konferenz in Bern lernen die Forscher, wie sie Vorschläge erfolgreich einreichen.
Die Anmeldefrist des Anfang Jahr gestarteten Programms "Horizon 2020" läuft bereits. Die Schweiz hofft, wiederum viele Projekte ins eigene Land holen zu können. Denn in der Vergangenheit waren die Anträge aus der Schweiz jeweils überdurchschnittlich erfolgreich.
Seit die Schweiz an den EU-Forschungsrahmenprogrammen assoziiert ist (2004), sind jeweils mehr Fördermittel in die Schweiz geflossen, als der Bund an die EU bezahlt hat, heisst es in einem Pressetext des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vom Dienstag. Besonders profitiert haben der ETH-Bereich und Universitäten.
Rund 8000 Arbeitsplätze
Allein in den 7. EU-Forschungsprogrammen (2007-2013) erhielten Schweizer Projektteilnehmer fast 1,6 Milliarden Franken an Fördermitteln. Die EU-Programme sind somit nach dem Schweizerischen Nationalfonds die wichtigste öffentliche Förderquelle der Schweiz. Seit 2007 wurden in der Schweiz dank der Beteiligung an Programmen rund 8000 Arbeitsplätze geschaffen und 240 Unternehmen gegründet.
Eine Beteiligung an "Horizon 2020" dürfte ähnliche Auswirkungen auf die Anzahl Arbeitsplätze und Unternehmensgründungen haben, heisst es im Pressetext weiter. Um ein wiederum erfolgreiches Abschneiden der Schweiz in den Ausschreibungen zu sichern, werden an der am Dienstag eröffneten, viertägigen Horizon-Konferenz verschiedene Workshops angeboten.
Dort lernen die Teilnehmer gemäss Programmausschreibung mehr über die politischen Ziele und Strategien des neuen Forschungsrahmenprogramms, aber auch, was gute Projektvorschläge ausmacht, wie man an einer Ausschreibung teilnimmt und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt. Organisiert wird die Konferenz vom SBFI und dem Informationsnetzwerk Euresearch.
Schneider-Ammann setzt auf internationale Zusammenarbeit
Eröffnet wurde die Horizon-Konferenz in Bern von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. In seiner Ansprache vor Gästen aus der EU und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verwies der Forschungsminister auf die grosse Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Innovation für die Schweiz.
Grosse Herausforderungen wie der Klimawandel, die Energieversorgung, die Bekämpfung von Krankheiten, und die Erhöhung der Chancengerechtigkeit für alle Menschen überstiegen die Möglichkeiten eines einzelnen Staates. "Die Schweiz will deshalb auch in Zukunft mit anderen Ländern sowie der EU gemeinsam forschen und gemeinsam Innovationen zum Durchbruch verhelfen", sagte Schneider-Ammann gemäss Medienmitteilung.
EU-Kommissarin Maire Geoghegan-Quinn betonte an der Konferenz, dass "Horizon 2020" die Lebensgrundlage in Europa verbessere und den Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb stärke.
Schwerpunkt "Nachhaltige Entwicklung"
Vorgesehen sind Projekte von Grundlagenforschung über angewandte Forschung bis zu technologischer Entwicklung und Demonstrationsprojekten. Die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie soll gestärkt werden. Die Hälfte der Mittel ist für Projekte mit einem Bezug zu nachhaltiger Entwicklung vorgesehen.
Das Horizon-Abkommen zwischen der Schweiz und der EU soll im Laufe des Jahres 2014 ausgehandelt werden und rückwirkend auf den 1. Januar 2014 in Kraft gesetzt werden. Der Gesamtkredit für die Schweizer Beteiligung wurde vom Parlament im letzten September gutgeheissen. (sda/mim)

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